Windkraft: Januarernte drückt die Börsenpreise

vom 12.02.2022

Der Januar war ein guter Monat für die Windkraft. Die deutschen Windenergieanlagen (WEA) ernteten deutlich mehr Windenergie als ein Jahr zuvor. Die Gesamt-Windenergieproduktion von rund 16 Terawattstunden reichte sogar aus, um einen neuen Rekord für einen Januar aufzustellen. Genau ein Jahr zuvor waren es 11,5 Terawattstunden – ein Plus von mehr als 39,1 Prozent!

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, sei das Jahr zwar frühlingshaft gestartet: Es war im Vergleich zum langjährigen Mittel um 3,3 Grad zu warm. Allerdings bot die zweite Monatshälfte den WEA-Betreibern gute Bedingungen.

Onshore-WEA lieferten dabei rund 12,9 Terawattstunden (+40,2 Prozent im Vergleich zu Januar 2021), Offshore-WEA trugen 3,1 Terawattstunden zum Ergebnis bei (+34,8 Prozent zu Januar 2021).

Diese hohe Windstromproduktion führte im Januar nach Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) im Vergleich zu den Nachbarländern zu deutlich niedrigeren Börsen-Strompreisen. Die Strombörsen hatten vor allem noch mit dem massiven Wegfall französischer Atomstromproduktion vor Weihnachten zu kämpfen. Zeitweise waren 30 Prozent der französischen AKW – vor allem wegen aufgedeckter technischer Qualitätsmängel sowie Wartungsverzögerungen – nicht einsatzbereit. Wie der französische Energieversorger EDF mitteilte, führe das auch zu einer Runterstufung der Jahresprognose für Atomstrom. Das Unternehmen geht davon aus, dass 2022 etwa 10 Prozent oder 30 Terawattstunden weniger Atomstrom produziert würden.

Im Januar lag der durchschnittliche Börsenstrompreis deshalb in Frankreich bei 21,1 Cent je Kilowattstunde, in Deutschland dagegen bei 16,8 Cent je Kilowattstunde.