Verhilft Biogas zu mehr Energieautarkie?

vom 12.03.2022

Mehr als die Hälfte des deutschen Erdgasbedarfs wird aus Russland importiert. Da stellt sich angesichts des immer brutaler geführten Krieges in der Ukraine die Frage nach einer Alternative. Die könnte in der Tat gegeben sein – und zwar quasi vor der eigenen Haustür. Biogas heißt das Zauberwort, zumindest wenn man einigen Branchenverbänden glaubt.

Laut dem Fachverband Biogas könnte die Biogasproduktion innerhalb von fünf bis zehn Jahren verdoppelt werden. Dass das nicht von schlechten Eltern ist, zeigt eine Relation: Denn mit der Mehrproduktion könnte immerhin die Hälfte des russischen Imports ersetzt werden! Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Claudius da Costa Gomez, sagte dem Bayerischen Rundfunk, dafür brauche es nun ein klares Signal aus der Politik.

Auch kurzfristig könnte nach einer Schätzung von da Costa Gomez die Branche immerhin ein Fünftel mehr Gas liefern. Dazu müsste jedoch die Deckelung von Anlagen wegfallen, die zurzeit bewirke, dass viele Biogasanlagen nicht unter Volllast fahren.

Kritischer ist da indes das Umweltbundesamt eingestellt. Im Bayerischen Rundfunk wird eine Sprecherin zitiert. Forderungen, die produzierten Biogasmengen zu erhöhen, um damit vermeintlich unabhängiger von russischem Erdgas zu werden, betrachte man kritisch. „Neben anderen Aspekten der Nutzungskonkurrenzen um landwirtschaftliche Fläche sollten dabei unseres Erachtens Risiken für die (globale) Ernährungssicherheit derzeit im Vordergrund stehen.“

Wie die deutsche Wissenschafts-Equipe dazu steht? Ein Video fasst es prägnant zusammen.