BEG: Hauptaugenmerk auf Sanierungen?

vom 29.04.2022

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sollte künftig stärker auf den Gebäudebestand ausgerichtet werden. Dieses Fazit zogen mehrere Sachverständige im Bundestags-Ausschuss für Klimaschutz und Energie. Hintergrund der Anhörung war der abrupte Stopp der Förderung Anfang des Jahres.

Exemplarisch Jan Witt vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): Der „wirklich wichtige“ Gebäudebestand werde durch die BEG „viel zu wenig adressiert“. Beleg dafür sei, dass es zu Beginn der Programme 87 Prozent Neubauzusagen und nur 13 Prozent Sanierungszusagen gegeben habe. Wichtig sei eine erfolgreiche kommunale Wärmeplanung. Gestärkt werden müsse auch die Energieberatung.

Hintergrund der Anhörung war der abrupte Stopp der Förderung Anfang des Jahres und die Forderung der Unionsfraktion an die Bundesregierung, „diesen Förderstopp mit sofortiger Wirkung rückgängig zu machen“.

Laut der Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Ingeborg Esser, sei der Förderstopp für die Wohnungswirtschaft in Deutschland eine Katastrophe gewesen. Eine Umfrage des Verbandes habe ergeben, dass Neubauvorhaben größtenteils gestoppt worden seien.

Auch aus Sicht von Sibylle Braungardt vom Öko-Institut müssen die Fördermittel schwerpunktmäßig in der Sanierung von Bestandsgebäuden eingesetzt werden, „da dort die größten Einsparwirkungen erzielt werden“. Die Förderung müsse sich zudem auf Maßnahmen konzentrieren, die mit den Klimazielen kompatibel sind. „Fossile Heizanlagen sollten nicht mehr gefördert werden“, verlangte sie. Außerdem gelte es, dass flächensparende Bauen stärker in den Blick zu nehmen.

Deutsche Gebäude sollen energieeffizienter werden