Windkraft: Bayern löst sich von 10H

vom 28.04.2022

Lange galt sie in Bayern fast als sakrosankt, nun zeichnet sich Bewegung ab: Die 10H-Regelung, also die Vorschrift, dass Windräder zehnmal weiter als ihre Höhe von Wohnbebauung entfernt sein müssen, wird aufgeweicht. An ihre Stelle tritt die oftmals im Bundesgebiet zu findende 1.000-Meter-Regel. Die Branche wird es sicherlich freuen, gilt doch 10H als größtes Hindernis für mehr Windkraftnutzung in Bayern.

Gestern stimmte auch die bis zuletzt skeptische CSU-Landtagsfraktion gezielten Lockerungen zu – nach stundenlangen Diskussionen und bei fünf Gegenstimmen. Demnach soll künftig auf bestimmten Flächen – etwa in Wäldern, entlang von Autobahnen, vierspurigen Bundesstraßen oder Haupteisenbahnstrecken sowie in ausgewiesenen Vorranggebieten – für die Windkraft ein reduzierter Mindestabstand von 1.000 Metern gelten. Ebenso beim Ersatz bestehender Windenergieanlagen, auf Truppenübungsplätzen und bei Windkraftanlagen als „industriellen Nebenanlagen“.

Damit könnten laut dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder bis zu 800 neue Anlagen gebaut werden. Man ermögliche damit Windkraft auf knapp zwei Prozent der Landesfläche.

Deutschland baut schnell wie kaum ein anderes europäisches Land Windkraft zu.