Deutschland ist verstärkt auf der Suche nach neuen Bezugsquellen für Erdgas. Mit dem Emirat Katar ist ein erster Partner gefunden, eine Energiepartnerschaft unterzeichnet. Diese bleibt indes hinsichtlich konkreter Maßnahmen recht vage. Folgerichtig wendete sich denn auch Bundeskanzler Olaf Scholz einem neuen, vielversprechenden Gebiet zu: Afrika. Eine erste Reise führte den Kanzler von Senegal über Niger bis nach Südafrika.
Diese Staaten lagen bisher nicht unbedingt im Fokus der deutschen Außenpolitik. Gerade im Falle des Senegal könnte eine Fokusverschiebung aber lohnen. Denn das Land gehört nicht nur zur Top Fünf der afrikanischen Staaten mit den größten Erdgasreserven. Vor der Küste erschließt der Senegal aktuell ein vielversprechendes Erdgasfeld mit einem geschätzten Volumen von 420 Milliarden Kubikmetern. Eine küstennahe Verladestation dient zudem dem Export des auch von Deutschland sehnlich erstrebten Flüssiggases (LNG). Die neue Anlage soll jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen LNG ausführen. Das klingt nicht unbedingt nach viel, stellt aber etwa ein Viertel der gesamten nigerianischen LNG-Ausfuhr nach Europa dar.
Für den Senegal spricht zudem die moderne Infrastruktur. Insgesamt kann der afrikanische Kontinent mit geschätzten Erdgas-Vorkommen von knapp 13 Billionen Kubikmetern aufwarten. Der Öl- und Gaskonzern BP erwartet denn auch goldene Zeiten: Die Gasförderung in Afrika werde bis 2035 um 80 Prozent zulegen.