Wärmepumpe: Markt soll durchstarten

vom 30.06.2022

Eine halbe Million neue Wärmepumpen pro Jahr ab 2024: Diesem Ziel verschreibt sich künftig ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Verbänden. Dieses Ergebnis können sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesbauministerin Klara Geywitz als gemeinsamen Erfolg verbuchen. Die Absichtserklärung erfolgte auf dem von beiden organisierten „virtuellen Wärmepumpengipfel“. 

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Transformation der Wärmeversorgung schneller notwendig sei. Der Bundeswirtschaftsminister betonte, dass die Zahl von 500.000 neu installierten Wärmepumpen pro Jahr ein starkes Signal sei. „[W]enn wir uns konsequent aus der Klammer russischer Importe befreien wollen, dann dürfen wir nicht nur an den Stromsektor denken, sondern dann brauchen wir gerade auch den Wärmebereich. Ab dem 01.01.2024 soll möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das macht deutlich, dass wir hierfür auch schnell mehr Wärmepumpen brauchen und genau das gehen wir jetzt gemeinsam an.“

Die Bundesbauministerin hob besonderds hervor, dass die Wärmwende nicht ohne den Bau und nicht ohne die Stadt funktioniere. „Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir mehr im Quartier denken. […] Wärmepumpen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Umstellung der Heizungssysteme. Die Landesbauverordnungen müssen auf ihre Flexibilität und Machbarkeit für den zügigen Einbau von Wärmepumpen hin überprüft werden.“

Die durch die Akteure des Wärmepumpengipfel verabschiedete gemeinsame Erklärung identifiziert verschiedene Handlungsfelder, in denen sich die Rahmenbedingungen verbessern müssen. So sei es etwa die Aufgabe der Bundesregierung, Markthemmnisse in der Förderung und Regulatorik abzubauen, damit Wärmepumpenproduktion und -installation beschleunigt werden. Dazu gehören in einem ersten Schritt die Erarbeitung eines „Aufbauprogramms Wärmepumpe“ sowie weitere Maßnahmen im Bereich Weiterbildung zu Planung und Einbau von Wärmepumpen. Die Hersteller erweitern parallel bestehende Produktionskapazitäten und sorgen dafür, Wärmepumpen so weiterzuentwickeln, dass deren Installation vereinfacht und verkürzt wird. Zudem sollen Steuerung und Regelung von Wärmepumpen einfacher und effizienter werden.

Bis die Zielmarke erreicht ist, ist noch einiges an Arbeit zu tun. 2021 wurden rund 154.000 Wärmepumpen installiert – eine Steigerung von 28 Prozent gegenüber 2020. Zugleich wurde damit die Marke von einer Million insgesamt installierter Wärmepumpen genommen. Der Wärmepumpenanteil an neu installierten Heizungen betrug 2021 knapp 17 Prozent. Nach wie vor führend sind Gasheizungen mit einen Marktanteil von rund 70 Prozent.

Wärmepumpen sollen Standard werden