Die Bundesregierung will zwar, im Gegensatz zu anderen Staaten, die hohen Gewinne von Energiekonzernen nicht gesondert abschöpfen. Allerdings verschließt man sich dieser potenziellen Einnahmequelle nicht gänzlich. Denn Energieversorgungsunternehmen sollen die Gewinne, die nur dank der außergewöhnlich hohen Börsenpreise entstehen, abtreten. Diese sogenannten Zufallsgewinne sollen die soziale Abfederung der derzeitigen Marktlage ermöglichen.
Gegen diese Ankündigung hat sich nun die Branche der Erneuerbaren Energien deutlich positioniert. So sieht der Bundesverband Windenergie (BWE) den Fokus der Bundesregierung auf den Verwerfungen an den Energiemärkten als grundsätzlich richtig an. Allerdings machte BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm deutlich, dass Maßnahmen für diesen Winter nicht Probleme im folgenden Winter heraufbeschwören dürften. „Denn entscheidend wird sein, durch einen schnellen Zubau der erneuerbaren Energien langfristig die fossile Energiekrise zu überwinden.“
Laut der Geschäftsführerin des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE) Niedersachsen/Bremen, Silke Weyberg, müsse der Bund nun mittel- bis langfristig sicherstellen, dass die Erzeugung aus alternativen Quellen in Deutschland stärker vorankomme und nicht durch dauerhafte Eingriffe wieder belastet werde. Aber: „Natürlich will die Branche nicht zu den ‚Kriegsgewinnlern‘ zählen und stellt sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.“
Die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Dr. Simone Peter, sieht das ähnlich. Bei der Umsetzung von Strompreisdeckeln müsse sichergestellt werden, dass alle Maßnahmen „im Einklang mit den ambitionierten Ausbauzielen der Bundesregierung stehen“. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig, sieht die Abschöpfung von übermäßigen Gewinnen als durchaus legitim an. Allerding „wird [es] jetzt also sehr darauf ankommen, die Rückführung von ungewollten Erträgen mit richtigen Augenmaß vorzunehmen“. Es dürften dabei nicht ausgerechnet jene belastet werden, die man dringend brauche, um die fossile Energiekrise zu überwinden.
Den Bioenergieverbänden ist es indes wichtig, nicht wie so oft deutlich unter die Räder zu kommen. Es müssten innerhalb der erneuerbaren Energien die unterschiedlichen Kosten berücksichtigt werden. Die Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, Sandra Rostek, weist darauf hin, dass in den letzten Monaten auch die Mehrausgaben für Bioenergieanlagen deutlich gestiegen sind.