Energiewende: Deutschland fällt zurück

vom 30.11.2022

Die Energiewende in Deutschland kommt langsamer voran als in anderen europäischen Staaten. Dieses Ergebnis liefert eine Studie der britischen Association for Renewable Energy and Clean Technology (REA) und des Energiemanagementunternehmens Eaton. Darin werden die Rahmenbedingungen für die Energiewende in 13 europäischen Ländern verglichen.

Zwar kann Deutschland seine Bewertung aus dem Vorjahr halten. Aber es rutscht auf den letzten Platz; andere Länder haben sich seit der Auswertung im Jahr 2021 stärker verbessert.

Deutschland liegt mit einer Bewertung von 3 (auf einer fünfstufigen Skala) gleichauf mit Irland, Italien, Polen, Spanien, der Schweiz und Großbritannien. Besser schneiden Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Norwegen und Schweden ab, die mit 4 bewertet werden. Klassenprimus mit einer Bewertung von 5 ist einsam Finnland.

Wie die Studienautorinnen und -autoren schreiben, hätten sich alle untersuchten Staaten ehrgeizige Ziele zur Emissionsreduktion vorgenommen. Allerdings hätten die besser bewerteten Länder im Vergleich zu Deutschland flexiblere Märkte, „die besser für einen fairen, transparenten und einfachen Zugang sorgen“. In den weniger gut bewerteten Ländern bestünden dagegen Investitionshindernisse.

Insgesamt konstatiert die Studie für Deutschland einen starken gesellschaftlichen Konsens für die Energiewende. Allerdings gelinge die dafür nötige Umsetzung politischer und regulatorischer Veränderungen nur langsam. So unterliege etwa eine Entscheidungsfindung vielfältigen regionalen politischen Interessen. Deutschland benötige zudem mehr Ressourcen, um die Flexibilität des Strommarkts zu erhöhen.

Auch wenn Deutschland mengenmäßig den meisten Strom aus erneuerbaren Energien im Strommarkt habe, mache dieser etwa in Norwegen oder der Schweiz einen prozentual höheren Wert aus.

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