LNG: Shuttle-Schiff als Interimslösung

vom 08.12.2022

Das Regasifizierungsschiff „Neptune“ ist schon länger vor Sassnitz vor Anker gegangen. Nun ist auch ein weiteres Spezialschiff, ein sogenanntes LNG-Shuttle-Schiff, vor dem mecklenburgischen Hafen Sassnitz eingetroffen. Die „Coral Furcata“ hat ein Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern LNG. Sie soll später zwischen dem Hafen Lubmin und großen LNG-Tankern auf dem Greifswalder Bodden pendeln. Das ist nötig, so lange das geplante LNG-Terminal Lubmin noch nicht endgültig genehmigt ist.

Derweil gibt es Kritik an der zu großen LNG-Kapazität, die Deutschland aufbaut. Geplant bzw. schon im Bau sind derzeit drei Terminals. Eine Studie des New Climate Institute hält einen großen Teil davon für überflüssig. Denn die geplanten Kapazitäten übersteigen Deutschlands Gasbedarf deutlich. Laut den Studienautoren um den Klimawissenschaftler Niklas Höhne von der Universität Wagingen stünden Bau und Betrieb aller geplanten LNG-Terminals „im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen“. Es drohe „ein Bruch des Klimaschutzgesetzes und der internationalen Verpflichtungen unter dem Pariser Klimaschutzabkommen“.

Unterdessen wurde bekannt, dass einer der wichtigsten LNG-Liefersanten für Europa, Öl- und Gasembargo hin oder her, Russland ist. Das Land konnte seine Stellung sogar ausbauen. Zwischen Januar und November wurden laut dem Marktforschungsunternehmen ICIS 13 Millionen Tonnen LNG aus Russland nach Europa importiert. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es hingegen nur 12,2 Millionen Tonnen.

 

Die Importe über deutsche LNG-Terminals sind auf einem Allzeithoch.