Deutschland und Norwegen wollen den Klimaschutz gemeinsam voranbringen. Das ist das Ergebnis einer dreitägigen Reise des Bundeswirtschaftministers nach Oslo. Beide Seiten vereinbarten eine Vertiefung der deutsch-norwegischen Energiekooperation. Seit dem Wegfall Russlands ist Norwegen zum wichtigsten Gaslieferanten für Deutschland aufgestiegen.
Im Fokus für die nächsten Jahre stehen vor allem zwei größere Projekte: Bis 2030 soll eine Pipeline zwischen beiden Ländern realisiert werden, die Wasserstoff aus dem Norden nach Mitteleuropa bringt. Auf dem umgekehrten Weg soll von der deutschen Industrie abgeschiedenes Kohlendioxid fließen, um in Norwegen unterirdisch gespeichert zu werden. Beide Projekte sollen zunächst in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck lobte Norwegen als wichtigen, gleichgesinnten und sehr verlässlichen Partner für Deutschland.
Schlüssel für ein Gelingen der Projekte ist die Industrie. Teil der deutschen Delegation waren Vertreter des Energieversorgers RWE. Diese vereinbarten mit dem norwegischen Energiekonzern Equinor einen Abnahmevertrag über blauen und grünen Wasserstoff. Dafür will die norwegische Seite bis 2030 eine Produktionskapazität von zwei Gigawatt blauem Wasserstoff aufbauen. Bis 2038 sollen es 10 Gigawatt sein.