Energiewende: EE-Ausbau kommt zu langsam voran

vom 13.01.2023

Mit dem Wort Energiewende hat Deutschland viele Sprachen weltweit bereichert. Dass die deutsche Energiewende Vorbild für den weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien war, würde kaum jemand ernsthaft bestreiten. Nun zeigt sich aber im Jahr 23 der deutschen Energiewende, dass selbige ausgerechnet in ihrem Heimatland deutlich schwächelt. Das geht aus dem Ende 2022 in den Bundestag eingebrachten Monitoringbericht zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Strombereich hervor. Danach reiche der aktuelle Zubau erneuerbarer Energien „bei Weitem noch nicht aus, um auf den Zielpfad des EEG 2023 einzuschwenken“.

In den ersten drei Quartalen 2022 wurden kumuliert rund 195 Terawattstunden Strom aus regenerativen Quellen produziert. Das waren fast 19 Terawattstunden mehr als im eher wind- und sonnenarmen Vorjahreszeitraum. Das lag insbesondere an den sehr windstarken Monaten Januar und Februar sowie einem vergleichsweise starken PV-Zubau. Bis Ende September gingen kumuliert fast 5,2 Gigawatt neue PV-Leistung in Betrieb – das ist in etwa so viel, wie in den Rekordjahren 2010, 2011 und 2012.

Demgegenüber konnte der Zubau von Windenergieanlagen nicht mithalten. In den ersten drei Quartalen wurde ein Nettozubau von knapp 1,3 Gigawatt Onshore-Winderzeugungskapazität realisiert. Diesen Zuwachs hatte es kumuliert im gesamten Jahr 2021 gegeben. Offshore kamen nach einer zweijährigen Pause 2022 wieder neue Windenergieanlagen hinzu. Ebenfalls in den ersten drei Quartalen wurden 21 neue Anlagen errichtet, die eine Gesamtkapazität von 189 Megawatt aufweisen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien kommt nur langsam voran