Emissionsziele: Deutschland für 2022 im Lot

vom 16.03.2023

Deutschland hat sein Treibhausgas-Emissionsziel für 2022 erfüllt. Wie das Umweltbundesamt mittteilte, gingen die Emissionen um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt rund 746 Millionen Tonnen zurück. Im Vergleich zu 1990 sanken die Emissionen damit um 40,4 Prozent.

Ein deutliches Manko schwingt indes mit: Der von Bundesverkehrsminister Volker Wissing verantwortete Verkehrssektor reißt erneut seine Emissionsobergrenze. Als einziger Sektor stößt er deutlich mehr CO2 aus als 2021 (plus eine Million Tonnen CO2). Der Gebäudebereich konnte zwar die Emissionen insgesamt senken, verfehlte die Zielvorgabe aber ebenfalls.

Positiv zeigt sich demgegenüber der Energiesektor. Als größte CO2-Quelle konnte er dennoch die Vorgaben knapp einhalten – obwohl der Anteil des aus Kohle generierten Stroms gestiegen ist.

Bis 2030 sollen die deutschen Treibhausgas-Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken, bis 2045 soll sogar Klimaneutralität erreicht werden. Das Klimaschutzgesetz definiert dafür feste Obergrenzen für die Emissionen für die einzelnen Sektoren und Jahre. Bei Zielverfehlung müssen die entsprechend verantwortlichen Ressorts ein Sofortprogramm auflegen, dass die Überschreitung kompensiert.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit zudem an einem umfassenden Klimaschutzprogramm, da die jährliche Emissionsreduktion zukünftig weitaus größer sein muss als bislang. Die Arbeiten daran stagnieren aktuell vor allem wegen abweichender Vorstellungen von Bundesklimaschutz- und -verkehrsministerium.