Als wichtiges Netzwerkelement agieren innerhalb der ASEW mehr als zwei Dutzend thematische Arbeitskreise. Diese befassen sich regelmäßig auch mit Themen, die das gesamte Netzwerk betreffen.
Vor kurzem waren dies unter anderem der Arbeitskreis Energiebeschaffung und der Arbeitskreis Heizungscontracting.
Nach wie vor hat die Energiebeschaffung mit den Kriegs- und Krisenhypotheken zu kämpfen.
Die Marktlage diktiert aktuell einen unterschiedlichen Umgang mit den sinkenden Marktpreisen. Insgesamt zeigt sich für viele Stadtwerke weiterhin ein deutlich höheres durchschnittliches Beschaffungspreisniveau als bei Wettbewerbern, die ausschließlich auf Basis aktueller Marktpreise einkaufen. Parallel dazu steigen die Anforderungen der Kundinnen und Kunden: Spotmarkttarife, Bilanzkreismanagement, Direktvermarktung, PPA. Vielfach ist es nur schwer möglich, all dies im eigenen Unternehmen komplett abzudecken. Insgesamt ist ein Ausbau des Portfolios an Handelspartnern notwendig und mittlerweile auch wieder gut möglich; die Liquidität steigt wieder.
Positiv hervorzuheben ist ein Ansatz der Stadtwerke aus Ulm. Diese haben in Eigenregie ein Angebot zur Direktvermarktung aufgebaut. Hierüber vermarkten die Stadtwerke fremde und eigene Anlagen mit einem Erzeugungsvolumen von 500 Gigawattstunden im Jahr.
Bei den Prognosemengen zeigen sich Herausforderungen: Teilweise sinken die tatsächlichen Absatzmengen gegenüber der Planung. Hier wäre zu prüfen, ob sich so tatsächliche Energieeinsparungen der Kundinnen und Kunden niederschlagen oder ob sich der PV-Ausbau mit Eigenverbrauch im Privatkundenbereich bemerkbar macht. Eine Frage drehte sich in diesem Kontext auch darum, ob die sich abzeichnenden Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes schon in der Beschaffung kurzfristig berücksichtigt werden müssen. Konsens war hier: Nein.
Der Arbeitskreis Heizung ging unter anderem der Frage nach, inwieweit die Auslastung von Handwerksbetrieben sich negativ auswirkt. Insgesamt herrschte die Meinung vor, dass die Verfügbarkeit von Handwerkern tatsächlich einen Flaschenhals bildet. Nach wie vor ist es schwierig, Aufträge zu platzieren. Je nach Bundesland werden zum Teil Beteiligungen an Handwerksunternehmen als Lösung gesehen, dies ist allerdings rechtlich nicht überall möglich.
Eine Herausforderung stellen auch die Preise für Wärmepumpen dar. Hier favorisieren manche Unternehmen ein „Anzahlungsmodell“ als mögliche gute Lösung. Kund:innen zahlen dabei einen höheren Betrag bei Vertragsabschluss an und können so die Contractingraten deutlich senken. Da Hersteller derzeit die Produktionskapazitäten ausweiten, ist ab Ende 2023 mit sinkenden Preisen und kürzeren Lieferzeiten zu rechnen.
Ein Thema war auch der Umgang mit ausrangierten, aber weiter funktionstüchtigen Heizkesseln. Es wurde ein möglicher Gebrauchtmarkt für ausrangierte Gaskessel angesprochen (der nach dem neuem GEG-Entwurf als Übergangslösung durchaus eine Option darstellt). Bisher hat sich hiermit noch kein Stadtwerk näher auseinandergesetzt.
Bei Fragen zu den behandelten Themen oder den Arbeitskreisen wenden Sie sich gerne an Christoph Landeck bzw. Wiebke Hoberg oder Sascha Manikowski.