Energieforschung: Über 7.300 Projekte gefördert

vom 07.06.2023

Das Bundeskabinett hat den Bundesbericht Energieforschung 2023 verabschiedet. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro flossen 2022 zur Förderung der Energieforschung aus den Etats des federführenden Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). 

Der Bund förderte 2022 insgesamt 7.365 Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte mit 1,1 Milliarden Euro, zudem flossen rund 320 Millionen Euro in die institutionelle Förderung des Forschungsbereichs Energie der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Insbesondere die folgenden Ansätze hob die Mitteilung des BMWK hervor:

So soll beim Projekt OffsH2ore mittels überschüssiger Offshore-Windenergie direkt auf See Wasserstoff erzeugt werden. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die Frage, wie es technisch und wirtschaftlich gelingen kann, Wasserstoff auf dem Meer herzustellen und per Schiff an Land zu bringen. Die Empfehlungen des Forschungsteams können als Musterlösung für Pilot- und Großprojekte dienen.

Dem Thema Heizung in Mehrfamilienhäusern nimmt sich das Projekt LowEx Bestand an. Gemeinsam mit Unternehmen aus der Heizungsbranche wurden hier Lösungen entwickelt, wie Wärmepumpen, Wärmeübergabe- und Lüftungssysteme für sanierte Mehrfamilienhäuser effizient eingesetzt werden können. Die Forscher zeigten dabei unter anderem, dass in allen simulierten Systemkombinationen über die Lebensdauer hinweg im Vergleich zu einem Gasbrennwertgerät rund 50 Prozent an CO2-Äquivalenten eingespart werden konnten.

Die Akzeptanz der Energiewende stand bei beim Projekt Akzept im Fokus. Untersucht wurden finanzielle Beteiligungsformen. Die Forscherinnen und Forscher analysierten, was sich ändert, wenn Bürgerinnen und Bürger einer Energiegenossenschaft angehören, an Windparks und Windenergiefonds teilhaben oder selbst Strom aus erneuerbarer Energie erzeugen, zum Beispiel mithilfe einer Solaranlage. Die Ergebnisse bestätigten, dass finanzielle Beteiligung und Akzeptanz zusammenhängen. Um die Energiewende voranzubringen, empfehlen die Fachleute daher mehr Partizipationsmöglichkeiten.

Schließlich legt der Helmholtz-Forschungsbereich Energie (Helmholtz Energy) einen Schwerpunkt auf den beschleunigten Transfer der nächsten Generation von Solarzellen in der Massenfertigung. Unter anderem untersuchen die Forscher, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die nächste Generation von Solarzellen innerhalb von fünf Jahren auf den Markt zu bringen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzen hierfür auf eine innovative Tandemtechnologie, die mit mehr als 30 Prozent Wirkungsgrad, einer hohen Stabilität und wettbewerbsfähigem Kosten- und Umweltprofil eine Konkurrenz zu der derzeit marktdominierenden PV-Technologie auf Siliziumbasis darstellen kann.