Wenn man heute Erdöl und Erdgas hört, denkt man unweigerlich an die arabischen Staaten und Russland als Hauptförderländer. Doch vor Zeiten war deren Bedeutung für Europa noch überschaubarer. Andere Akteure waren hier wichtiger, allen voran Rumänien. Dessen Förderung, speziell beim Erdöl, ist indes im 20 Jahrhundert immer weiter marginalisiert worden. Das könnte sich nun wieder ändern!
Der österreichische Gas-, Öl- und Chemiekonzern OMV teilte mit, dass man bis zu vier Milliarden Euro in die Erschließung des rumänischen Offshore-Gasfelds Neptun Deep investieren wolle. Die Tochter OMV Petrome soll ab 2027 gemeinsam mit der rumänischen Romgaz im Schwarzen Meer Erdgas fördern. Der OMV zufolge stehe für den Projektstart noch die Genehmigung durch die rumänische Behörde für Bodenschätze aus. Rumänien hält 70 Prozent der Anteile an Romgaz.
Geplant ist eine Höchstfördermenge von rund 140.000 Barrel Erdöleinheiten pro Tag; diese Fördermenge soll über knapp zehn Jahre aufrechterhalten werden. Insgesamt enthält das Gasfeld rund 700 Millionen Barrel Erdöleinheiten, was etwa 100 Milliarden Kubikmetern Erdgas entspricht. Die Produktionskosten gibt die OMV mit drei US-Dollar je Barrel an. Neptun Deep befindet sich etwa 160 Kilometer vor der rumänischen Küste. Die Wassertiefe wird mit 100 bis 1.000 Metern beziffert.
Wie OMV-Generaldirektor Alfred Stern betonte, werde Rumänien damit „der größte Erdgasproduzent in der EU und eine zuverlässige und sichere Energiequelle für die Region.“