Aus den Arbeitskreisen (KW 26/23)

vom 22.06.2023

Als wichtiges Netzwerkelement agieren innerhalb der ASEW mehr als zwei Dutzend thematische Arbeitskreise. Diese befassen sich regelmäßig auch mit Themen, die das gesamte Netzwerk betreffen.

Diesmal im Fokus: der Arbeitskreis Energiebeschaffung.

Die Teilnehmer diskutierten eine Vielzahl an Themen – von der Absatzprognosen bis zur Biomethanbeschaffung.

Schwerpunkt waren dabei unter anderem Fragen zur Integration von Eigenversorgungsanlagen. Hier bleiben zahlreiche Herausforderungen bestehen. Die entscheidenden Kriterien sind Ausgleichsenergie und Anlagengröße. Allmählich ist auch zu bemerken, dass der Anteil von Post-EEG Anlagen eine signifikante Größe wird.

Weiterhin beschäftigen sich die Stadtwerke sehr stark mit der Beschaffung in den aktuellen Krisenzeiten. Uniper launchte hier zuletzt seine „Moderne Vollversorgung“ als letztes Vollversorgungsmodell am Markt. Diese ist geprägt von sehr engen Flexibilitäten und hohen Risikoaufschläge​n. Aktuell führt der Weg weiter verstärkt in Richtung strukturierter Beschaffung; fast alle Teilnehmer sind hier in mindestens einem Commodity-Bereich tätig.

Komplexe Kundenprodukte werden aktuell vermehr abgefragt. Diese sind in der Regel nicht standardmäßig in der Beschaffung abzubilden (Band + Spot + PPA, dynamische Tarife)​. Eine PPA-Variante ist der Verkauf der Mengen an einen Dienstleister und die anschließende Rückveredelung in bspw. SLP-Struktur inklusive Ausgleichsenergierisiko​. Hinsichtlich der Beschaffungszeiträume für Vorkaufsmengen​ sind aktuell zwei bis drei Jahr im Voraus die Regel, nur teilweise wird auch bis zu vier Jahre​ vorausbeschafft. Generell nehmen progressive Eindeckungsraten zu.

Absatzprognosen sind eine weitere, größere Herausforderung geworden. Sowohl im Strom- als auch im Gasmarkt sind Energieeinsparungen erkennbar​. Überraschung: Möglicherweise wirkt sich bei Strom der  erhöhte PV-Ausbau schon kurzfristig auf die Absatzmengen aus. Eine Frage war, ob die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz (vor allem der damit erwartete höhere Strombedarf für Wärmepumpen) bereits in der Beschaffung berücksichtigt wird. Bislang sind die Teilnehmer hier noch nicht tätig geworden.

Bei Fragen zu den behandelten Themen oder dem Arbeitskreis wenden Sie sich gerne an Christoph Landeck.