Wärmepumpen: Weniger Förderanträge

vom 17.07.2023

Die Zahl der Förderanträge für den Einbau von Wärmepumpen ist deutlich zurückgegangen. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, gingen in der ersten Hälfte dieses Jahres 48.804 Förderanträge für Wärmepumpen ein, im Vorjahreszeitraum waren es mit 97.766 mehr als doppelt so viele. Laut der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) bestätigte das BMWK den Bericht. So seien in den ersten fünf Monaten knapp 41.300 Förderanträge eingegangen – im Vorjahreszeitraum seien es noch fast 75 000 Anträge gewesen. Im Juni bewegten sich die Förderantragszahlen mit knapp 7.500 wieder auf dem Niveau von vor Beginn des Ukrainekrieges.

Seit 2021 fördert der Bund den Einbau klimafreundlicherer Heizungssysteme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). 2022 gingen in diesem Rahmen rund 350.000 Förderanträge für den Heizungstausch zugunsten von Wärmepumpen ein.

Die Gründe für den Rückgang der Förderanträge dürften vielschichtig sein. Vier Hauptgründe sind jedoch anzunehmen: Der Fachkräftemangel und die vollen Auftragsbücher der Handwerker sorgen derzeit für lange Wartezeiten bei der Einrüstung von Wärmepumpensystemen. Zudem hat der Bund eine neue Förderkulisse angekündigt, die ggf. für sozial schwächere Haushalte deutlich attraktiver ist als das bestehende Förderkonzept. Parallel sind die Gaspreise wieder gefallen, was den Handlungsdruck scheinbar wieder rausgenommen hat.

Ein wesentlicher Punkt dürfte indes die emotionale Debatte rund um die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sein. Die Kampagne einer großen deutschen Boulevardzeitung (Habecks Heiz-Hammer) im Verein mit der negativen Positionierung der großen Oppositionsparteien hat Spuren hinterlassen.