Der Ausstoß von Treibhausgasen ist in Deutschland im ersten Halbjahr gesunken. Wie aus einer Schätzung von Agora Energiewende hervorgeht, seien die Emissionen gegenüber 2022 um neun Prozent gesunken. Zwischen Januar und Juni habe Deutschland 340 Millionen Tonnen an CO₂-Äquivalenten emitiert. Im ersten Halbjahr 2022 waren es noch 374 Millionen Tonnen.
Agora Energiewende stützt sich bei der Einschätzung auf Daten des Umweltbundesamts und der AG Energiebilanzen. Zugleich verweist Agora Energiewende darauf, dass dies kein Grund für Freude über wirkende Maßnahmen sei. Denn wie der Agora-Deutschland-Direktor Simon Müller einräumt, sei dies kein Ergebnis eines strukturellen Umbaus. „Der Ausbau der Windenergie geht immer noch viel zu langsam voran und das Gebäudeenergiegesetz reicht nicht aus, um die Klimaziele im Gebäudebereich zu erreichen.“
Der Rückgang sei einerseits auf die hohen Energiepreise, andererseits auf eine entspanntere Situation auf dem europäischen Strommarkt zurückzuführen. Letztere habe in Deutschland vor allem die Kohleverstromung beeinflusst. „Durch den Rückgang der Emissionen rücken unsere Klimaziele für das Jahr 2030 wieder ein Stück näher.“