Stromnetze: Mehrheit für schnellen Ausbau

vom 02.09.2023

Die Energiewende benötigt ein anderes Netz als das bestehende, wenn sie wirklich erfolgreich sein soll. Doch in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Widerstand gegen den Ausbau der Übertragungsnetze. Möglicherweise hat sich diese Haltung aber verändert. Denn eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers Tennet zeigt: Mehr als vier von fünf Deutschen (83 Prozent) sind für den Ausbau der Energieinfrastruktur. Mehr noch: Fast ebenso groß (knapp 81 Prozent) ist die Zahl derer, die neue Stromleitungen schneller als bisher genehmigt sehen wollen.

Wichtig ist den Betfragten das, weil sie sich (zu rund 70 Prozent) eine bezahlbare wie auch verlässliche Energieversorgung wünschen. Dagegen ist nur zwei Fünfteln (40 Prozent) auch wichtig, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erhalten bleibt. Auch der Klimaschutz spielt hier eine eher nachgeordnete Rolle: Für nur rund 34 Prozent ist dies Argument der Wahl für ihre Entscheidung.

Weiterhin hoch ist die Zustimmung für den Ausbau der Erzeugungskapazitäten. Zwar kommen Stromtrassen, Windparks und Kraftwerke nur auf eine Zustimmungsrate von 46 Prozent. Für Solarparks sind dagegen aber bereits 64 Prozent einzunehmen. Bemerkenswert: Die befragten Land- und Forstwirte stimmen anders ab. Sie sind zu fast drei Fünfteln (59 Prozent) für Kraftwerke und zu gut der Hälfte (47 Prozent) für Stromtrassen, aber nur zu rund zwei Fünfteln (38 Prozent) auch für Solarparks.

Laut Tennet-COO Tim Meyerjürgens zeigen diese Zahlen, dass sich der Blick auf die Energiesicherheit in Deutschland verändert habe. Als Folge des Ukraine-Krieges schauten fast zwei Drittel der Menschen mit Sorge auf die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig belegten die Zahlen aber auch die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für den Ausbau der Energieinfrastruktur.

Die BNetzA hat den NEST-Prozess abgeschlossen.