Deutscher Energieverbrauch historisch niedrig

vom 05.11.2023

Der Energieverbrauch in Deutschland fällt wohl auf einen historisch niedrigen Stand. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen geht von einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um gut acht Prozent aus. Demnach wird Deutschland im laufenden Jahr 10.784 Petajoule (2.996 Terawattstunden) Energie verbrauchen. Das wären 27,6 Prozent weniger als im bisherigen Rekordjahr 1990 mit damals 14.905 Petajoule (4.140 Terawattstunden). 

Der Hauptgrund für diese Abweichung ist laut der AG Energiebilanzen in der aktuell schwachen Konjunktur zu suchen, der Energieverbrauch in Deutschland sei 2023 insbesondere von der wirtschaftlichen Entwicklung geprägt. „Die diesjährige wirtschaftliche Leistung könnte in der Größenordnung von 0,5 Prozent zurückgehen.“ 

Vor allem energieintensive Betriebe verzeichneten Produktionsrückgänge, was spürbare Auswirkungen auf den Energieverbrauch habe. Einen verbrauchssenkenden Effekt habe auch das im Vergleich zu 2022 wärmere Wetter: Von der gesamten prozentualen Verbrauchsminderung entfalle etwa ein Fünftel auf die Witterung.

Auswirkungen üben darüber hinaus die Energiepreise aus. Die Einfuhrpreise für die wichtigsten Importenergien seien zwar deutlich gesunken. „Die Preise liegen dennoch weiterhin deutlich über dem Niveau von 2021.“ Man gehe davon aus, dass die anhaltend hohen Preise sowohl für Einsparungen sorgten, aber auch zur Kürzung energieintensiver Produktionen führten.

Diesem Trend entgegengesetzt wirkt die demographische Entwicklung. Der „migrationsbedingte[…] Zuzug“ von 1,35 Millionen Menschen führe zu einem Anstieg des Energieverbrauchs von etwa 200 Petajoule (55,6 Terawattstunden).

Die meiste Endenergie in Europa wird für Transporte benötigt.