Bund dämpft Netzentgelte mit 5,5 Milliarden Euro

vom 05.11.2023

Auch 2024 steigen die Netzentgelte für die Stromnetze. Die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) hatten diese Mitte Oktober vorläufig auf durchschnittlich 3,19 Cent pro Kilowattstunde festgesetzt. Wie die „Ausburger Allgemeine“ berichtete, wird es vermutlich bei dieser Festsetzung bleiben: Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums habe bestätigt, dass der Bund „den Anstieg der Netzentgelte im kommenden Jahr […] dämpfen“ wolle.

Dazu werde ein Zuschuss zur anteiligen Finanzierung der Übertragungsnetzentgelte in Höhe von 5,5 Milliarden Euro erfolgen. Eine solche zusätzliche Finanzierung hatten die ÜNB zur Bedingung für das Halten der vorläufigen Entgelthöhe gemacht. Wie aus dem Bericht hervorgeht, arbeite die Bundesregierung an einem Gesetzentwurf, der den Zuschuss über den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds sicherstellen soll.

Wie aus den Darlegungen der ÜNB hervorgeht, werden für das kommende Jahr zwar leicht sinkende, dennoch insgesamt immer noch sehr hohe Kosten erwartet. „Die Hauptursache dafür ist das anhaltend hohe Preisniveau auf den Brennstoff- und Strommärkten. Diese wirken sich insbesondere auf die Kosten für Redispatch, Netzreserve und die Vorhaltung von Regelleistung sowie für die Beschaffung von Verlustenergie aus“.

Die Entgelte machen mittlerweile durchaus einen substanziellen Anteil an den Stromkosten aus. Wie das Vergleichsportal Verivox zeigt, entstehen etwa für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden durchschnittlich 395 Euro netto – im Vergleich zu 2023 ein Plus von 11 Prozent.

Die Verteilung ist dabei nicht bundeseinheitlich. Am stärksten fällt der Anstieg mit 18 Prozent in Bremen aus, am geringsten in Mecklenburg-Vorpommern (minus 2 Prozent).

Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wächst.