1,5 Grad ist eine fast schon magische Marke: Um diese sollte die Durchschnittstemperatur unserer Zeit maximal steigen, soll der Planet langfristig habitabel bleiben. Damit ist es ein deutliches Warnzeichen, was am 17. November passierte: Erstmals war es auf der Erde zwei Grad heißer als zu Beginn der Industrialisierung.
Klimaforscher beunruhigt das durchaus, auch wenn sie noch darauf hinweisen, dass die Weltgemeinschaft umsteuern könne, wenn sie das wirklich wolle. Allerdings warnt das UN-Umweltprogramm (Unep) in einem drei Tage später veröffentlichten Bericht, die Erde bewege sich auf eine Erwärmung um etwa drei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu.
Das Unep ermittelt jährlich die Lücke zwischen den zu erwartenden Emissionen und den Werten, die für eine Erreichung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 notwendig wären. Laut dem aktuellen Emissions-Gap-Report bewege sich die Erde, selbst wenn die gegenwärtigen Klimaschutzzusagen der Staaten in aller Welt umgesetzt würden, auf eine Erwärmung um 2,5 bis 2,9 Grad bis zum Jahr 2100 zu.
Unep-Chefin Inger Andersen sieht die „grundlegende Verantwortung“ bei der Bekämpfung der Klimakrise hierbei bei den G20-Staaten. Schließlich entfielen auf die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer 76 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Deshalb müssten bei der UN-Klimakonferenz in Dubai (COP28) deutliche Fortschritte erzielt werden. Schließlich gebe es bei der Klimakrise „keine Pause-Taste“.