Mobilität: Kürzungen bei Batterieforschung

vom 15.01.2024

Das Bundesforschungsministerium plant offenbar, die Forschungsmittel für fast die gesamte Anwendungsforschung an Batterien im laufenden Jahr zu streichen. Grund dafür sind die Kürzungen am Klima- und Transformationsfonds (KTF). Lediglich eine neue Forschungsfabrik unter Leitung der Universität Münster soll verschont bleiben.

Dem KTF fehlen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Schuldenbremse rund 60 Milliarden Euro. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, sollen die geplanten Kürzungen bereits am 25. Januar beschlossen werden. 

Die betroffenen Forscher und Forscherinnen organisieren dagegen nun Widerstand. In einen Brandbrief an Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Bundesforschungsministerin Bettina Starck-Watzinger und Bundesfinanzminister Christian Lindner heißt es, die geplanten Kürzungen führten „zum Ende der deutschen Batterieforschung, mit dramatischen Konsequenzen für den High-Tech-Standort Deutschland“. Damit zerstöre der Bund die Basis für das technologisch souveräne deutsche Ökosystem Batterie und zementiere die Abhängigkeit von außereuropäischen Unternehmen bei der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hin zur CO2-Neutralität. 

Die Sparliste der Regierungskoalition enthält laut WirtschaftsWoche unter anderem Projekte zur Erforschung neuer Materialien für Batterien, zum Batterie-Recycling und zur Entwicklung von Maschinen und Anlagen für die Batterieindustrie. Es treffe vorrangig Forschungsprojekte an neuen Technologien „mittleren Reifegrades, also etwa Pilotanlagen, in denen getestet wird, ob und wie sich zum Beispiel ein neuartiges Material aus den Forschungslaboren auf eine Massenfertigung im industriellen Maßstab skalieren lässt.“

Insgesamt geht es um eine Summe von 156 Millionen Euro für 2024, die das Bundesforschungsministerium einsparen muss. Laut dem Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Lithium-Ionen Batterie in Deutschland (KLib), Michael Krausa, höre sich diese Summe im Vergleich zu den zuletzt genehmigten Förderbeiträgen im Milliardenbereich für Chip- und Batteriefabriken zwar überschaubar an, ihr Verlust sei jedoch „fatal“. De facto sei das das Aus für die deutsche Anwendungsforschung für Batterien.

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