Netzausbau: Wegen der Kosten auf Erdkabel verzichten?

vom 20.02.2024

Aktuell ist der Ausbau der Übertragungsnetze eine entscheidende Engstelle für den Fortschritt der Energiewende. Die Netzbetreiber haben nun errechnet, dass sich der Ausbau deutlich günstiger gestalten ließe: Durch den Verzicht auf die aufwendigere Erdverkabelung. Sie versprechen dadurch Einsparungen von 20 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung steht diesem Vorschlag indes skeptisch gegenüber. Wie die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, sagte, sei gesetzlich ein Vorrang von Erdverkabelung vorgesehen. Es seien zudem „Fragen von Beständigkeit gegenüber Extremwettern sowie Schutz vor möglichen Sabotagen einzubeziehen“. 

Auch die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Ingrid Nestle, äußerte sich entsprechend: „Eine derart weitreichende Frage kann nur im Dialog mit Bund und Ländern gemeinsam getroffen werden“. 

Die Übertragungsnetzbetreiber empfinden die Zurückhaltung der Koalition indes als enttäuschend. Denn immerhin würden Kosteneinsparungen beim Netzausbau auch zu sinkenden Netzentgelten führen. Das wiederum trage dazu bei, die Strompreise zu dämpfen. 

Den Netzbetreibern zufolge drohe die Akzeptanz für die Energiewende dauerhaft Schaden zu nehmen, wenn die Kosten des Netzausbaus exorbitant stiegen, so etwa der Vorsitzende der Geschäftsführung von TransnetBW, Werner Götz, im „Handelsblatt“. Die Politik sollte daher ein Interesse daran haben, die Kosten so gering wie möglich zu halten. 

Götz rechnet allein mit Blick auf die drei Vorhaben „OstWestLink“, „NordWestLink“ und „SuedWestLink“ mit Einsparungen von 20 bis 23 Milliarden Euro. „Das entspricht in etwa einer Halbierung der Kosten“. 

Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wächst.