Klimaziele: Deutschland liefert nun doch

vom 15.03.2024

Deutschland hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 65 Prozent sinken, 2045 soll das Land sogar klimaneutral sein. Bislang zeigte sich zwischen diesem hehren Anspruch und der nackten Realität eine Lücke von mehr als 1.000 Millionen Tonnen! Doch nun scheint das deutsche Klimaziel für 2030 wieder erreichbar. Wie das Umweltbundesamt mitteilte, habe es im vergangenen Jahr den stärksten Rückgang von Treibhausgasemissionen seit 1990 gegeben. 

Laut dem UBA wurden 2023 insgesamt rund 673 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente freigesetzt – 76 Millionen Tonnen weniger als 2022 und damit ein Minus von rund zehn Prozent. Schaut man sich die Projektionen der Emissionen bis 2030 an, zeigt sich: Mit einem erwarteten Minus im Vergleich zu 1990 von 64 Prozent ist das Klimaziel 2030 greifbar nahe. 

Bisher war nur eine Minderung von etwa 49 Prozent erwartet worden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zeigte sich denn auch erfreut: „Zum ersten Mal überhaupt zeigen die Zahlen: Deutschland ist auf Kurs“. Das unterstreiche, dass die inzwischen ergriffenen Maßnahmen Wirkung entfalteten. Laut den Berechnungen wird die bisherige Klimaschutzlücke von 1.100 Millionen Tonnen vollständig geschlossen. Auch UBA-Präsident Dirk Messner zeigte sich zuversichtlich, „dass wir die nationalen Klimaziele einhalten können.“ Man sei bereits ein großes Stück beim Klimaschutz vorangekommen.

Das Klimaschutzgesetz sieht jährliche Sektorziele vor. 2023 rissen erneut Verkehr und Gebäude die Vorgaben deutlich: Im Verkehr wurden 13 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente über Plan und damit drei Millionen Tonnen mehr als 2022 ausgestoßen. „Haupttreiber des geringen Emissionsrückgangs“ ist laut UBA eine abnehmende Fahrleistung im Straßengüterverkehr. Der Gebäudesektor emittierte rund 1,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente mehr als das Jahresziel. Wesentlich für diese bessere Performance laut UBA: Energieeinsparungen, ein recht milder Winter im Jahr 2023 und höhere Verbraucherpreise. Auch der Zubau an Wärmepumpen habe sich positiv ausgewirkt. 

Insbesondere der Energiebereich lieferte deutlich über Plan: Die Emissionen sanken hier gegenüber dem Vorjahr um rund 51,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das sind rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies liege am geringeren Einsatz fossiler Brennstoffe zur Strom- und Wärmeproduktion und betreffe vor allem Braun- und Steinkohle sowie Erdgas. In der Industrie sank der Ausstoß auf rund 155 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (minus 18 Millionen Tonnen). Grund dafür ist unter anderem die schlechte Konjunktur im vergangenen Jahr. 

Die USA wollen CO2 künftig als nicht mehr gefährlich einstufen.