Als wichtiges Netzwerkelement agieren innerhalb der ASEW mehr als zwei Dutzend thematische Arbeitskreise. Diese befassen sich regelmäßig auch mit Themen, die das gesamte Netzwerk betreffen.
Diesmal im Fokus: der Arbeitskreis Energiedienstleistungen.
Beim Thema Dezentrale Wärmeversorgung zeigt sich, dass die Nachfrage nach Heizungen bzw. Wärmeprodukten im Einfamilienhaus gerade sehr niedrig ist. Ein „neues“ Produkt könnte die Nutzung von gebrauchten, aber funktionsfähigen Heizungen als Übergangslösung sein. Hersteller überlegen bereits, ob sie ein geeignetes Produkt anbieten wollen (Mietheizung). Erfahrungen mit dem Heizreport: Bei Gegebenheiten vor Ort, die über den Standard hinausgehen, kann es Probleme geben, z.B. übergroße Heizkörper, mehrere Dachschrägen pro Raum, verschiedene in Eigenregie verbaute Dämmungen.
Bezüglich der Zentralen Wärmeversorgung gestaltet sich die Suche nach (bezahlbaren) Tiefbauunternehmen weiterhin schwierig. Es besteht großes Interesse an Fernwärme-Anschlüssen. Hier liegen die Kosten im Vergleich zur dezentralen Wärme oft deutlich höher, was eine Herausforderung für After-Sales/Abrechnung ist.
Bilanzkreis-/Stromsee-Modell für die Kommune: Stadtwerke können Installation, Bilanzkreismanagement und Direktvermarktung für Kommunen übernehmen; diese müssen aber zum Energieversorger werden, wenn sie den Strom selbst nutzen möchten (Stadtwerke kümmert sich dann um Überschuss-/Reststrombeschaffung). Alternative ist ein Dachnutzungsvertrag. Stadtwerke beliefern die Kommune dann aus eigenen Anlagen, das ist i.d.R. aber teurer. Zudem zeigt sich, dass oftmals die vor Ort gegebene Statik nicht ausreichend ist. Das heißt, die jeweilge Kommune muss selbst Dachlastreserven checken bzw. eine Dachsanierung vornehmen.
Beim Thema Photovoltaik ist aktuell das Pachtmodell für Privatkund:innen nicht mehr so gefragt, stattdessen läuft der Kauf/Mietkauf (hier Vorteil durch Nullsteuersatz). Der Vertrieb von Kaufanlagen kann aufgrund der Gemeindeordnung teilweise jedoch nicht direkt durch Stadtwerke erfolgen.
Blick nach Österreich: Holz ist weitverbreitet in der Wärmeversorgung. PV-Umsetzung erweist sich komplizierter als in Deutschland. Aktuell sind Stromgemeinschaften der „Renner“. Dabei handelt es sich grob gesprochen um Zusammenschlüsse von mindestens zwei Teilnehmer:innen zur gemeinsamen Produktion und Verwertung von Energie. Hierbei existieren drei Formen: Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen (GEA), Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG). Nachteil: KMU/Stadtwerke dürfen sich an diesen nicht beteiligen.
Bei Fragen zu den behandelten Themen oder dem Arbeitskreis wenden Sie sich gerne an Christoph Landeck.