Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben sich in der Debatte um einen Kapazitätsmarkt klar positioniert. Ihr Favorit: Ein zentraler, umfassender Kapazitätsmarkt mit lokalen Komponenten. Das machen sie im Vorwort einer Studie deutlich, die sich auf der gemeinsamen Internetseite findet.
Ein wesentlicher Vorteil eines Kapazitätsmarktes ist, dass er getrennt vom Stromhandel betrachtet werden kann. Denn hier wird nur die Bereitstellung von Leistung vergütet, ob daraus Strom generiert wird oder nicht, ist für die Bezahlung unerheblich.
Aus Sicht der vier ÜNB ist ein zentraler Kapazitätsmarkt zudem gut mit der Kraftwerksstrategie kombinierbar, speziell der Förderung von zehn Gigawatt Gaskraftwerken, die auf Wasserstoff umrüstbar sind.
Die ÜNB schlagen vor, dass die Betreiber der neuen Kraftwerke zwischen dem Beibehalten der Förderung durch die Kraftwerksstrategie und einer Teilnahme am zentralen Kapazitätsmarkt wählen könnten. „Die Integration der geförderten Anlagen in einen zentralen Kapazitätsmarkt ist somit eher eine Frage der Ausgestaltung als eine Frage der Möglichkeit.“
Deutschland würde sich mit einer solchen Reform in eine ganze Reihe europäischer Länder einreihen. Neben Großbritannien und Belgien haben Irland, Italien und Polen zentrale Kapazitätsmärkte etabliert.