Enpal will virtuelles Kraftwerk formieren

vom 12.06.2024

Gut 70.000 Solaranlagen hat das Berliner Solarunternehmen Enpal seit 2017 realisiert. Bis Jahresende soll die Marke von 100.000 genommen sein, 2025 dann sollen es noch einmal so viele werden. Hinzu kommen Tausende bei Kunden installierte Energiespeicher, E-Auto-Ladestationen und Wärmepumpen. All diese Anlagen sollen bereits im kommenden Jahr zu einem der größten virtuellen Kraftwerke Europas werden.

Laut dem Leiter Produktentwicklung bei Enpal, Benjamin Merle, begrenze der Strommarkt die Möglichkeiten, um Einzelhaushalte gegen die Strompreiskurve zu optimieren. „Man kann eine einzelne Kilowattstunde nicht am Energiemarkt handeln“. Deshalb müssten die Einzelanlagen zu einer Flotte zusammengeschlossen werden, die am Energiemarkt wie ein Kraftwerk im Gigawattmaßstab auftritt.

Genau das will Enpal in einem Joint Venture mit dem Münchner Energiesoftwareunternehmen Entrix schaffen. Dafür investiert Enpal einen zweistelligen Millionenbetrag, der Enpal zugleich die Mehrheit am Ge­meinschaftsunternehmen Flexa sichert. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Enpal an Entrix beteiligt.

Flexa soll schon in wenigen Jahren mit mehreren Gigawatt installierter Leistung am Energiemarkt auftreten. Ziel ist es zum einen, Geld für Enpal und seine Kunden einzuspielen. Zum anderen sollen netzdien­liche Leistungen wie Frequenzregelung, Spannungshaltung sowie Kapazitätsreserven für bessere Netzstabilität angeboten werden.

Während Enpal die dezentralen Solaranlagen und Speicher seiner Kunden, inklusive eines intelligenten Energiemanagementsystems, in das Joint Venture einbringt, kommt von Entrix eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Stromhandelsplattform, mit der das Unternehmen bislang vor allem Großspeicher für institutionelle Investoren optimiert.