Energiewende: Netzbetreiber fürchten lokale Blackouts

vom 03.08.2024

Der Zubau neuer Solarkapazitäten in Deutschland geht so schnell voran wie nie zuvor. Doch so erfreulich das für die Energiewende ist, macht es aktuell den Stromnetzbetreibern auch Sorgen. Denn laut N-ERGIE-Chef Maik Render steige, „[w]enn der Zubau einfach ungebremst weitergeht, […] die Gefahr, dass es zu instabilen Netzsituationen kommt“.

Klartext: Schlimmstenfalls bedeutet das lokale Stromausfälle. Bresonders gefährdet wären davon Regionen im Süden und Südwesten, wo der Boom von Solaranlagen auf Privathausdächern schon seit einigen Jahren anhält.

Das größte Problem dabei: Die Masse der Anlagen ist leider nicht fernsteuerbar. Sprich Netzbetreiber können diese nicht abregeln oder abschalten, sollte einmal regional zu viel Strom produziert werden. Auch deshalb sollen alle relevanten Neuanlagen mit intelligenten Mess- und Steuersystemen ausgestattet werden.

Auch das  Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) weist auf die Problematik hin. So dürfe man laut ISE-Forscher Robert Kohrs „nicht übersehen, dass daraus [dem starken Zubau und der nicht vorhandenen Fernsteuerbarkeit der Anlagen] für den Betrieb der Stromnetze erhebliche Probleme entstehen“.

Überall, wo PV-Anlagen mehr Strom produzieren könnten, als verbraucht werden könne, sei mit Problemen zu rechnen. So verweist auch der N-ERGIE-Chef auf die regionale Lage: „Wir haben 2023 ungefähr achtmal mehr Erzeugungsanlagen angeschlossen als im langjährigen Durchschnitt. Das ist zwar zu bewältigen, stellt aber eine immense Herausforderung dar.“

Aber eine schnelle technische Lösung soll nun eine gewisse Abhilfe schaffen. Aktuell dürfen die Einspeisepunkte nur so viele Anschlüsse vornehmen, dass jeder verbundene Erzeuger zu jeder Zeit 100 Prozent der Leistung einspeisen kann. In der Praxis kommt das aber nie vor, die Einspeisepunkte sind daher nur selten ausgelastet.

Erst im April hatte der Bundesverband Erneuerbare Energien berechnet, dass auch eine theoretische Auslastung der Einspeisepunkte von 150 Prozent technisch machbar wäre. Selbst 250 Prozent wären möglich, wenn gleichzeitig die Batteriespeicher weiter ausgebaut werden würden.

Diese sogenannte „Überbauung“ will das Ministerium von Bundeswirtschaftsminister jetzt ermöglichen. Dann kann jeder Einspeisepunkt mehr Anlagen aufnehmen als bisher.

Der Berliner Blackout wurde wohl von Linksextremisten verursacht.