Stromgestehungskosten: Freiflächen-PV & Onshore-Wind vorne

vom 10.08.2024

Windkraft aus Onshore-Windrädern und Solarenergie aus Freiflächen-PV-Anlagen bieten Energieerzeugern die günstigsten Produktions-Konditionen. Das geht aus der aktuellen Berechnung der Stromgestehungskosten in Deutschland des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) hervor, die das Institut seit 2010 regelmäßig erstellt.

Die neue Analyse berücksichtigt erstmals auch Agri-Photovoltaik, Wasserstoffkraftwerke und neue Atomkraftwerke. Zudem macht das Fraunhofer ISE zum ersten Mal eine Prognose für die Kostenentwicklung bis 2045.

Was PV-Freiflächenanlagen und Onshore-Windenergieanlagen betrifft, so liegen die Kosten zwischen 4,1 und 9,2 Cent pro Kilowattstunde. Das macht die beiden Kraftwerksarten zu den kostengünstigsten erneuerbaren Energien, aber auch zu den kostengünstigsten Stromerzeugern überhaupt.

Und diese Kosten werden in den kommenden beiden Jahrzehnten weiter fallen. Im Jahr 2045 prognostizieren die Fraunhofer-Forscher Stromgestehungskosten bei kleinen PV-Dachanlagen zwischen 4,9 und 10,4 Cent pro Kilowattstunde, bei PV-Freiflächenanlagen zwischen 3,1 und 5,0 Cent pro Kilowattstunde.
 
2045 neugebaute Onshore-Windräder könnten zu Kosten zwischen 3,7 bis 7,9 Cent pro Kilowattstunde Strom produzieren. Dieses Segment weise zudem ein starkes Kostenreduktionspotenzial auf. Preisverbesserungen könnten etwa über eine höhere Volllaststundenzahl und größere Anlagendimensionierungen realisiert werden.

Laut dem Fraunhofer ISE seien in einem klimaneutralen Energiesystem auch flexibel regelbare Kraftwerke als Back-up nötig. Das könnten Biogas- und Biomassekraftwerke leisten. Hier liegen die Stomgestehungskosten allerdings bei flexibler Fahrweise, d.h. unter Annahme von mittleren bis niedrigen Volllaststunden, für Biogasanlagen zwischen 20,2 und 32,5 Cent pro Kilowattstunde; Biomasse-Anlagen kommen auf Kosten zwischen 11,5 und 23,5 Cent pro Kilowattstunde.

Für ein im Jahr 2030 gebautes wasserstoffbetriebenes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk zeigt die Studie zwischen 23,6 und 43,3 Cent pro Kilowattstunde an Kosten im hochflexiblen Betrieb.

In der Prognose sind für alle Kraftwerkstechnologien die Kostenentwicklungen für den Bau und den Betrieb der Anlagen bis 2045 berücksichtigt.