Industrie-Netzentgelte: BNetzA-Pläne erregen Widerstand

vom 05.09.2024

Ende Juli hat die Bundesnetzagentur ein Eckpunktepapier veröffentlicht, in dem sie sich mit der Regelung zu Netzentgelten für Industriekunden befasst. Als Reaktion hat sich der Wirtschaftsrat der CDU in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und BNetzA-Präsident Klaus Müller gewandt. Der Tenor: Warnung vor einem „verheerenden Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland“.

Die BNetzA konterte bereits in einer Erklärung zu den Eckpunkten: „Die alten Netzentgeltrabatte entsprechen nicht mehr den Anforderungen eines Stromsystems, das von hohen Anteilen erneuerbarer Stromerzeugung geprägt ist“.

Industrie und Gewerbe sollen demnach weniger Netzentgelte zahlen, wenn sie

  • genau dann mehr Strom verbrauchen, wenn das Stromangebot hoch ist oder
  • weniger Strom verbrauchen, wenn das Stromangebot niedrig ist. 

Innerhalb der Industrie ist diese Maßnahme naturgemäß umstritten. Jahrelang hatten die Unternehmen einen großen Anreiz, ihren Stromverbrauch möglichst konstant zu halten, um die Rabatte zu bekommen. Jetzt plötzlich auf flexiblen Verbrauch umzuschwenken, kann je nach Branche kompliziert sein. Darum soll die konkrete Austarierung der neuen Regeln von den technischen Möglichkeiten der Industrie abhängen.