Netzentgelte: BNetzA denkt über Umverteilung nach

vom 03.09.2024

Die Kosten für den Stromnetzausbau, die über die Netzentgelte auf alle Kunden umgelegt werden, sollen künftig anders verteilt werden. Dazu hat die Bundesnetzagentur ein neues Modell vorgestellt. Das Ziel: Ab 2025 Menschen und Firmen in Regionen mit besonders viel Wind- und Solarkraftwerken bei den Stromkosten zu entlasten.

Laut BNetzA-Präsident Klaus Müller schaffe seine Behörde „faire Netzentgelte für die Menschen und Unternehmen, die in Regionen mit einem starken Ausbau der Erneuerbaren leben und wirtschaften“.

Die Stromnetzentgelte machen auf der Stromrechnung etwa ein Fünftel bis ein Viertel des Gesamtpreises aus. Derzeit werden diese Kosten regional umgelegt. Das heißt: Betreiber, die wegen des Ausbaus erneuerbarer Energien ihr Netz besonders stark ausbauen müssen, belasten die dortigen Kunden hoch. Dies wird jetzt durch eine Umverteilung auf alle Regionen neu geregelt.

Die BNetzA hat sich ein gestuftes Modell einfallen lassen: Zunächst wird ermittelt, ob ein Netzbetreiber von einer besonderen EE-Ausbau-Belastung betroffen ist. Dazu vergibt die BNetzA eine Kennzahl. Diese setzt die angeschlossene erneuerbare Leistung ins Verhältnis zum Verbrauch im Netzgebiet. Für die Mehrbelastung erhalten die Netzbetreiber einen finanziellen Ausgleich. Die Kosten hierfür können dann über alle Stromverbraucher bundesweit gleichmäßig verteilt werden.

Besonders profitieren dürften Menschen in Nord- und Ostdeutschland. Brandenburg etwa liegt beim Ausbau der Windenergie und auch Solarkraft weit vorn, was sich auch in den Netzgebühren niederschlägt. Aber auch Schleswig-Holstein dürfte stark entlastet werden.

Nordrhein-Westfalen oder Bayern hingegen müssen mit steigenden Netzentgelten rechnen. Genaue Zahlen würden im Oktober veröffentlicht.

Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wächst.