Die Netzbetreiber in den Übertragungs- und Verteilnetzen erhöhen ab dem kommendem Jahr ihre Entgelte deutlich. Kunden müssen daher mit Mehrkosten rechnen. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox beträgt die Erhöhung aktuell im Schnitt 23 Prozent. Für ein Einfamilienhaus entspricht das Mehrkosten von rund 100 Euro brutto.
Wie eine Auswertung des Energiedaten-Dienstleisters Ene’t zeigt, steigen die Entgelte für Haushalte mit einem Verbrauch von 7.000 Kilowattstunden pro Jahr um rund 20 Prozent, bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind es knapp 23 Prozent mehr.
Grund für den steilen Anstieg sind die neuen Abschreibungsregeln (KANU 2.0). Hierdurch können Gasnetzbetreiber schon jetzt die mögliche Stilllegung der Gasnetze ab frühestens 2035 in die Abschreibungen einkalkulieren. Das führt zu einem so eigentlich auch von der Bundesnetzagentur nicht vorgesehenen Mitnahmeeffekt und letztlich zu einem Anstieg der Gasnetzentgelte.
Bei Strom dürften die Netzentgelte im kommenden Jahr dagegen spürbar sinken. Bisher liegen laut Ene’t die Angaben von fast 84 Prozent der Stromnetzbetreiber vor; die Entgelte sinken demnach für Privatkunden um bis zu neun Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt reduziert sich das Entgelt von aktuell rund 484 Euro auf dann knapp 440 Euro.