Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in Paris den World Energy Outlook 2024 präsentiert. Dabei reicht aus IEA-Sicht der bisherige Ausbau der erneuerbaren Energien nicht mehr aus. Es gebe trotz enormer Fortschritte Handlungsbedarf, auch um einen gerechten Zugang zu sauberer Energie genauso in Entwicklungsländern zu gewährleisten.
Die IEA warnt auch vor den immer gravierenderen Auswirkungen der Klimakrise auf die Energiesicherheit. Hinzu kommen geopolitische Krisen wie der sich zuspitzende Konflikt im Nahen Osten und Russlands Druck auf die Ukraine. Zwar seien einige Auswirkungen der globalen Energiekrise abgeklungen, aber es drohten weitere Erschütterungen.
Ein Lichtschimmer immerhin: Die IEA erwartet, dass bis 2030 mehr als die Hälfte des Stroms aus emissionsarmen Quellen erzeugt wird – und dass die Nachfrage nach den fossilen Brennstoffen bis zum Ende des Jahrzehnts ihren Höhepunkt erreichen wird.
Zugleich könnte es laut dem IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts „die Aussicht auf eine reichlichere – oder sogar überschüssige – Versorgung mit Erdöl und Erdgas“ geben. Das würde „einen Abwärtsdruck auf die Preise“ bedeuten – und könne den politischen Entscheidungsträgern Spielräume verschaffen, sich verstärkt auf Investitionen in erneuerbare Energien zu konzentrieren.
Eine sichere Dekarbonisierung des Stromsektors erfordere, dass Investitionen in Netze und Speicher schneller steigen. Sie müssten parallel widerstandsfähiger gemacht werden, auch gegen Cyber-Gefahren.
In einigen Regionen der Welt behindern laut der IEA außerdem hohe Finanzierungskosten und Projektrisiken die Verbreitung kostengünstiger sauberer Energietechnologien – also dort, wo sie am dringendsten benötigt würden. Dies sei vor allem in Entwicklungsländern der Fall, wo diese Technologien den größten Nutzen für die nachhaltige Entwicklung und die Verringerung der Emissionen bringen könnten.