Die deutsche Energiewende, sprich der Aufbau großer, dezentraler, regenerativer Energieerzeugungskapazitäten (vornehmlich Windenergie- und Solaranlagen), war, allen Unkenrufen zum Trotz, sehr erfolgreich. Gleichwohl war und ist dieser Erfolg nicht zum Nulltarif zu haben: Die EEG-Förderung wird sich bis Ende des Jahres wohl auf rund 20 Milliarden Euro summieren. Und auch für 2025 gehen die vier Übertragungsnetzbetreiber von einem EEG-Finanzierungsbedarf von mehr als 17 Milliarden Euro aus.
Da die Förderung mittlerweile vor allem aus Bundesmitteln finanziert wird, denkt der Bund aktuell über eine Reduzierung der Förderung zumindest bei Solaranlagen nach. Neues Ideal: Der Strom selbst vermarktende Anlagenbetreiber mit fernsteuerbarer Anlage. Feste Einspeisevergütungen sollen nur noch bei Kleinanlagen greifen.
Grund dafür ist neben der Zunahme negativer Strompreisphasen auch die Sorge um die Netzstabilität. Bislang können Anlagen bis 100 Kilowattpeak Leistung eine garantierte Einspeisevergütung erhalten. Diese Grenze soll ab 2026 schrittweise gesenkt werden, zunächst auf 90 Kilowattpeak, ab 2027 auf 75 Kilowattpeak und ab 2028 auf 25 Kilowattpeak.
Das heißt, Neuanlagen der entsprechenden Leistung müssten die Stromproduktion dann zu jeweils aktuellen Marktpreisen selbst vermarkten. Außerdem sollen für diese Neuanlagen vernetzte Steueranlagen verbindlich werden, damit Netzbetreiber ggf. abregeln können.
Für Neuanlagen unterhalb 25 Kilowattpeak soll zudem nur noch dann Einspeisevergütung fließen, wenn der Marktpreis für Strom positiv ist. Die Bundesregierung erwartet davon auch einen wirtschaftlichen Anreiz zur Investition in Stromspeicher. Diese könnten bei Negativpreisen Strom (zwichen-)speichern, um ihn bei Positivpreisen wieder ins Netz einzuspeisen.