Der Stromverbrauch in Deutschland ist so niedrig wie lange nicht mehr: 2024 wird das Land kumuliert voraussichtlich so wenig Energie wie noch nie seit der Wiedervereinigung verbrauchen. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) prognostiziert einen Rückgang um etwa 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die AGEB geht von einem Rückgang auf 10.453 Petajoule (rund 2.904 Terawattstunden) aus. Damit läge der Energieverbrauch um knapp 30 Prozent unter dem Wert von 1990 mit 14.905 Petajoule.
Den Grund benennt die AGEB explizit: „Einen wesentlichen Anteil am Rückgang des Energieverbrauchs in diesem Jahr hat die stagnierende Konjunktur“. Deutliche Rückgänge der Produktion im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe seien durch den zuletzt wieder ansteigenden Energiebedarf in den energieintensiven Industriezweigen nicht ausgeglichen worden.
Auch in den ersten drei Quartalen blieben Öl und Gas die mit Abstand wichtigsten Energieträger. Mineralölprodukte hatten einen Anteil von gut 37 Prozent am Primärenergieverbrauch, Erdgas stand für ein Viertel des Verbrauchs. Braun- und Steinkohle kamen zusammen auf fast 15 Prozent, erneuerbare Energien auf gut ein Fünftel.
In den ersten neun Monaten wurden 19,6 Terawattstunden Strom mehr aus dem Ausland bezogen als exportiert wurden. „Der aktuelle Importüberschuss ist ein Zeichen für einen funktionierenden europäischen Binnenmarkt“. Höhere Stromimporte bedeuteten weder eine Abhängigkeit vom europäischen Ausland, noch wiesen sie auf inländische Knappheiten hin.