Bioenergie braucht in Deutschland zukünftig bessere Entwicklungsperspektiven. Davon ist unter anderem der sachsen-anhaltinische Energieminister Armin Willingmann überzeugt. Er fordert diese nachdrücklich von der Bundesregierung ein.
Willingmann zufolge würden allein in den kommenden fünf Jahren 170 von 483 Anlagen im Land aus der Förderung herausfallen. Es sei ungewiss, ob diese Anlagen nach 20 Jahren Betriebszeit einen erneuten Förderzuschlag erhalten würden. „Bleibt es bei der Bundesförderung mit angezogener Handbremse, stehen bei uns im Land viele Anlagen bald still.“
Der Bund will nach Angaben des sachsen-anhaltinischen Energie- und Umweltministeriums die installierte Leistung bei den Biogasanlagen in Deutschland senken. Ein Grund bestehe darin, dass Strom aus Biomasse mit etwa 18 Cent pro Kilowattstunde deutlich teurer sei als Windstrom mit acht Cent und Solarstrom mit etwa vier Cent pro Kilowattstunde.
Biomasse besteche durch andere Vorteile: „Wir benötigen mehr regulierbare Energieträger.“ Biomasse solle als ergänzender Energieträger nicht außer Acht gelassen werden.
Die Energieminister der Bundesländer stehen hinter dieser Forderung. Bei ihrer gemeinsamen Sitzung in Brunsbüttel erwarten sie nun die bessere Nutzung der Bioenergie für eine kostengünstige und klimafreundliche Versorgung Deutschlands mit Strom und Wärme. Vor dem Hintergrund des Kraftwerkssicherheitsgesetzes (KWSG) und den damit einhergehenden Plänen zur verstärkten Nutzung fossiler Energien im Strom- und Wärmemarkt unterstützt die Energieministerkonferenz eine deutlich stärkere Nutzung flexibler Biogasanlagen.