Seit Anfang 2025 sind Energieversorger in Deutschland verpflichtet, Kunden dynamische Stromtarife anzubieten. Doch bislang zeigt der Markt sich hier noch wenig dynamisch.
Laut der Chefin des Schweizer Abrechnungsspezialisten Exnaton Liliane Ableitner seien die Gründe dafür vielfältig. Sie reichten von „Herausforderungen in der technischen Umsetzung über strategische Hürden bis hin zur fehlenden Infrastruktur – Stichwort Smart-Meter-Rollout.“ Es werde deutlich, dass die Einführung flexibler Tarife zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben „tiefgreifende Anpassungen in den Prozessen und Strukturen der Energieversorger erfordert“. Vor allem aber werfe deren „zögerliches Handeln“ ein „kritisches Licht auf die Prioritätensetzung der Branche“.
Denn während bei herkömmlichen Tarifen nur ein Fixpreis mit dem Gesamtverbrauch des Jahres multipliziert werde, verlangten dynamische Tarife „eine feingranulare Verbrauchserfassung in 15-Minuten-Intervallen“. Pro Haushalt entstünden also statt einer einzigen jährlichen Ablesung des Stromzählers rund 35.000 Verbrauchsdatenpunkte pro Jahr, die erfasst und abgerechnet werden müssten.
Ohne gezielte Aufklärungsarbeit bleibe das Konzept auch schwer zugänglich und die Bereitschaft zur Nutzung gering. Wie sich alternative Lösungen verwirklichen ließen, zeigten Neueinsteiger wie Tibber, 1Komma5, Enpal, Octopus, Rabot Energy und Sonnen.