Windkraft: Deutschland ist schnellster Zubauer

vom 06.02.2025

Den relativ neuen Regeln sei dank: Kein anderes Land in Europa baut neue Windräder schneller als Deutschland. Im Vergleich zu vorherigen Jahren hat sich die Realisierungsdauer bei neuen Windkraftanlagen (WEA) halbiert. Die selbst gesteckten Ziele könnten so sogar übertroffen werden.

Mittlerweile liegt die durchschnittliche Genehmigungsdauer für WEA bei anderthalb Jahren, Tendenz sinkend. Hartmut Brösamle, der das operative Geschäft des Windparkplaners WPD leitet, schwärmt im „Handelsblatt“: „Wir hatten noch nie bessere Rahmenbedingungen“. Dies betreffe sowohl die jährlich ausgeschriebenen Mengen und das Vergütungssystem als auch die Länge der Genehmigungsverfahren und die Flächenausweisung.

Wesentlich für das neue Deutschland-Tempo sind unter anderem die letzten Reformen, etwa die Vorgabe, dass die Bundesländer zwei Prozent der Fläche für den Windkraftausbau ausweisen müssen. Auch die Vorgabe, dass erneuerbare Energien Anliegen von „öffentlichem Interesse und der öffentlichen Sicherheit“ sind, hat enorm geholfen – wie auch die Digitalisierung der Genehmigungsprozesse, ihre Vereinfachung und Beschleunigung.

Wie eine Datenvisualisierung des gemeinnützigen Projekts „Goal100“ zeigt, könnte Deutschland sein Ziel von 115 Gigawatt Windkraft bis 2030 sogar leicht übertreffen, sofern der Windausbau im aktuellen Tempo weiterläuft.

Die Branche ist ebenfalls optimistisch. So räumt etwa Frank May, Chef des Windparkprojektierers Alterric, ein, man schaffe, wo früher nur 60 bis 80 Megawatt pro Jahr realisiert wurden, „jetzt 300 Megawatt“. Insgesamt hat die monatlich beantragte Leistung sich innerhalb von vier Jahren mehr als verdreifacht und 2024 einen neuen Rekordwert erreicht. 

Deutschland baut schnell wie kaum ein anderes europäisches Land Windkraft zu.