NordStream: Neues Leben für Pipelines?

vom 05.02.2025

Es ist vermutlich eine der größten und teuersten Energieinfrastrukturruinen Europas: Die am 26. September 2022 gesprengten Pipeline-Stränge von NordStream 1 und 2. Vielleicht liegen diese, vor allem der noch unzerstörte Strang von NordStream 2, auch eher in einem Dornröschenschlaf, der bald enden könnte. 

Denn wie das „Handelsblatt“ berichtet, gibt es ernsthafte Überlegungen in Regierungs- und Branchenkreisen, einen Teilstrang der Pipeline für den Import von grünem Wasserstoff aus Finnland zu nutzen. Auch könnte hier wieder russisches Erdgas in den Westen strömen, sobald es einen Frieden in der Ukraine gibt. 

Indes dementiert zumindest die Bundesregierung, dass es Planungen für eine Zukunft von Nord Stream 2 gibt. Allerdings gibt es guten Grund zu vermuten, dass die Bundesregierung die Entwicklung durchaus aufmerksam verfolgt. Denn es gibt einen gewissen Handlungsdruck.

Am 09. Januar hat das Kantonsgericht im schweizerischen Zug, dem Sitz der insolventen Nord Stream 2 AG, entschieden, die eigentlich anstehende Eröffnung eines Konkursverfahrens „ausnahmsweise bis 9. Mai 2025“ zu verlängern. Gründe seien die komplexe geopolitische Lage „sowie Wahlen in Deutschland im Februar 2025, die vermutlich eine maßgebliche Auswirkung auf die Situation der Nord Stream 2 AG haben könnten“.

Sofern eine Nutzungsalternative vorliegt, könnte Deutschland Pläne des US-Unternehmers Stephen Lynch durchkreuzen, sich im Konkursfall die Kontrolle über die Pipelines zu sichern. 

Haben die NordStream-Pipelines eine Zukunft?