Die EU-Kommission will die Regelungen zur Bevorratung von Erdgas, die im Gefolge des Ukraine-Krieges und der Energiekrise getroffen wurden, verlängern. Bis mindestens Ende 2027 sollen die Gasspeicher wie bisher zum 1. November zu 90 Prozent gefüllt sein.
Den Vorschlag zur zweijährigen Verlängerung habe die Kommission eingereicht. EU-Staaten und das Parlament müssen dem noch zustimmen.
Laut dem EU-Kommissar für Energie, Dan Jørgensen, solle den Mitgliedstaaten dabei mehr Freiheit in der Beschaffung gewährt werden, um beim Einkauf Geld zu sparen. Laut Kommission hatten die Mitgliedstaaten das Ziel bisher stets übertroffen.
Indes entwickelt sich die damit eng verbundene Gasspeicherumlage zu einem wachsenden Kostenrisiko für die energieintensive Industrie in Deutschland. Aus Sicht der betroffenen Branchen mit hohem Gasverbrauch ist eine rasche Reform unumgänglich.
So sagte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), dem „Handelsblatt“, aktuell verschärfe sich die Lage bei den Gaspreisen wieder. „Wettbewerbsverzerrende Aufschläge wie die Gasspeicherumlage können wir uns nicht mehr leisten. Zumindest in Europa müssen wir wieder auf Augenhöhe mit wichtigen Konkurrenzstandorten wie Frankreich oder Niederlande kommen“. Die neue Bundesregierung sollte dringend für Entlastung sorgen.