BP: Zurück zur Öl- & Gasförderung

vom 09.03.2025

In den vergangenen Jahren schien die Energiewende endgültig ihren weltweiten Durchbruch geschafft zu haben. Selbst fossile Riesen wie BP wollten zumindest mittel- bis langfristig die Förderung fossiler Rohstoffe zugunsten von erneuerbaren Energieprojekten beenden. Doch das war wohl bloß eine Episode!

Beim kürzlich erfolgten BP-Kapitalmarkttag kündigte CEO Murray Auchincloss einen „fundamental reset“ an. Ab sofort setze man nicht mehr auf kohlenstoffarme Erzeugungsarten, sondern wieder wie gewohnt auf die Öl- und Gasförderung.

Zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr sollen nun in die fossilen Quellen fließen. 2,3 bis 2,5 Millionen Barrel Öläquivalent sollen bis 2030 pro Tag gefördert werden. Zuvor war das Ziel, die Produktion, gemessen am Jahr 2019, bis 2030 um 25 Prozent zu drosseln.

An den Börsen kam die Rückbesinnung auf alte Werte indes eher nicht gut an. Der Kurs der BP-Aktie fiel nach der Verkündung der neuen Strategie der Londoner Börse  im Tagesminus um rund 1,5 Prozent. Der Markt hatte die Kursumkehr erwartet, BP sei bei seinem Ausblick nun lediglich „etwas realistischer“ geworden.

Parallel traf auch die britische Regierung eine Entscheidung, die zumindest auf kurze Sicht der neuen BP-Strategie zugutekommt. Denn die 2022 von der Vorgängerregierung eingeführte Übergewinnsteuer, die die zusätzlichen Gewinne durch die Verzerrung der Energiemärkte im Gefolge des Ukraine-Krieges abschöpfen sollte, wird ab 2030 wieder Geschichte sein.

Die sogenannte windfall tax soll dann durch ein neues Steuersystem ersetzt werden, das an die globalen Energiepreise gekoppelt wird, um Investoren mehr Stabilität und Planungssicherheit zu bieten.

Allerdings kommt der Beschluss mit einem großen Manko gerade für die Öl- und Gasförderer daher: Die britische Regierung wird ab sofort keine neuen Bohrlizenzen in der britischen Nordsee erteilen. Damit ist Großbritannien das erste der größeren öl- und gasproduzierenden Länder, das einen solchen Schritt vollzieht.