Müssen neue Solaranlagen bald ohne Einspeisevergütung auskommen? Zumindest fordert das der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Allerdings soll dies nur für neue Solaranlagen gelten, die ihren Strom nicht an der Börse vermarkten.
In einem Positionspapier heißt es als Begründung, dass dank Eigenverbrauchs- und Zwischenspeicherkonzepten „die Wirtschaftlichkeit von Neuanlagen schon heute ohne Einspeisevergütung mehr als ausreichend“ sei.
Widerspruch für den VKU gab es von der energiepolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer. Es sei verfehlt, ausgerechnet im Solar-Dachsegment durch Förderstopps „die Anreize zu streichen und einen erneuten Solarenergie-Einbruch zu riskieren“. Die steigende Nachfrage nach Strom verlange mehr und nicht weniger EE-Ausbau.
Die Debatte kam auf, nachdem durch mittlerweile 99 Gigawattpeak installierte Solarleistung immer früher im Jahr und immer mehr Stunden vorherrschen, in denen es keine Abnehmer für den produzierten Solarstrom gibt. Es kommt dann zu negativen Preisen.
Die VKU-Forderungen reichen indes noch weiter. So will der Verband, dass bei den Ausschreibungen für größere Photovoltaikanlagen die Sonderförderungen, bspw. für Agri-PV, „ersatzlos gestrichen“ werden. Solche Förderung sei „missbrauchsanfällig“.
Um den Kostenwettbewerb zu stimulieren, sollen bei den Ausschreibungen für Windenergie an Land „nur noch die 80 Prozent besten Gebote bezuschlagt werden“.
Zugleich sollten die Pachthöhen bei EEG-geförderten Anlagen gesetzlich begrenzt werden. Die jährlichen Pachtkosten etwa für eine Windenergieanlage an guten Standorten seien „ein klares Indiz für volkswirtschaftlich ineffiziente Überrenditen“. Die öffentliche Hand leiste der Preisexplosion dabei „durch Versteigerungen ihrer Flächen teilweise beträchtlichen Vorschub“.