Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat ihre Jahresbilanz gezogen. Und die Zahlen zeigen: Eine Welt ohne erneuerbare Energien ist schier nicht mehr möglich! Im zurückliegenden Jahr wurden erneuerbare Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 585 Gigawatt weltweit neu gebaut. Das entspricht einem Anteil von 92,5 Prozent am gesamten Kraftwerksneubau.
Ein Wermutstropfen bleibt indes: Trotz eines Rekordzuwachses von 15,1 Prozent bleiben die Fortschritte hinter dem Ziel zurück, die installierte Leistung Erneuerbarer Energien bis 2030 zu verdreifachen. Dafür müsste sich der jährliche Kapazitätszuwachs Erneuerbarer Energien bis 2030 um 16,6 Prozent pro Jahr erhöhen.
Auch gibt es bei genauerer Betrachtung der Zahlen erhebliche geografische Ungleichgewichte. Wie in den Vorjahren auch entfiel der Hauptanteil des Anstiegs auf Asien, dabei vor allem auf China, das fast 64 Prozent des weltweiten Kapazitätszuwachses beisteuerte. Dagegen entfielen auf Mittelamerika und die Karibik nur 3,2 Prozent des Kraftwerkszubaus.
Unter den Energieträgern verzeichneten vor allem Solar- und Windenergie den größten Zuwachs und machten zusammen 96,6 Prozent des gesamten Nettozubaus an Erneuerbaren Energien im Jahr 2024 aus. Mehr als drei Viertel des Kapazitätsausbaus entfielen auf die Solarenergie, deren weltweite Kapazität um 32,2 Prozent auf 1.865 Gigawatt anstieg, gefolgt von der Windenergie mit einem Wachstum von 11,1 Prozent.
Zum Photovoltaikzubau von 452 Gigawatt steuerte allein China 278 Gigawatt bei, gefolgt von Indien mit 24,5 Gigawatt. Die Wasserkraft wurde um insgesamt 1.283 Gigawatt ausgebaut. Auch hier wurde das Wachstum von China getragen. Äthiopien, Indonesien, Nepal, Pakistan, Tansania und Vietnam steuerten jeweils mehr als 0,5 Gigawatt bei.
Der Ausbau der Windkraft verlief weniger dynamisch, die weltweite Kapazität wuchs von 1.017 auf insgesamt 1.133 Gigawatt. Einmal mehr dominierten China und die USA das Wachstum.
Der Ausbau der Bioenergie erholte sich im Jahr 2024 mit einem Kapazitätszuwachs von 4,6 Gigawatt im Vergleich zum Anstieg von 3 Gigawatt im Jahr 2023. Das Wachstum wurde von China und Frankreich mit je 1,3 Gigawatt Zubau getragen. Die Geothermie verzeichnete einen Zuwachs von insgesamt 0,4 Gigawatt, angeführt von Neuseeland. Es folgen Indonesien, die Türkei und die USA.
Francesco La Camera, Generaldirektor der IRENA, zufolge sei das stetige Wachstum der erneuerbaren Energien, das wir Jahr für Jahr mitverfolgen, „ein Zeugnis dafür, dass erneuerbare Energien wirtschaftlich rentabel und schnell einsetzbar sind. Auch wenn Jahr für Jahr die Rekorde beim Ausbau erneuerbarer Energien gebrochen werden, stehen wir noch immer vor den gleichen Herausforderungen, nämlich den großen regionalen Ungleichheiten und der tickenden Uhr angesichts der bevorstehenden Deadline 2030“.