Der Strombedarf von Rechenzentren wird sich bis 2030 weltweit auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Das geht aus einer aktuellen Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Laut IEA ist das etwas mehr als der gesamte gegenwärtige Energiebedarf Japans. KI wird der wichtigste Treiber dieses Anstiegs sein.
In den USA wird der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich fast die Hälfte des Zuwachses in dem Bereich ausmachen. Aufgrund des KI-Einsatzes werde die US-Wirtschaft im Jahr 2030 voraussichtlich mehr Strom für die Datenverarbeitung verbrauchen als für die Herstellung aller energieintensiven Güter zusammen. In den Industrieländern werden Rechenzentren voraussichtlich bis 2030 mehr als 20 Prozent des Wachstums des Energiebedarfs ausmachen.
Laut dem IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol, „werden Rechenzentren in den USA voraussichtlich fast die Hälfte des wachsenden Strombedarfs ausmachen, in Japan mehr als die Hälfte und in Malaysia etwa ein Fünftel.“
Das Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. schätzte im November, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren zum Betrieb KI-optimierter Server im Jahr 2027 insgesamt 500 Terawattstunden pro Jahr erreichen wird, dem 2,6fachen des Werts im Jahr 2023.
Die Umweltschutzorganisation BUND fordert vor diesem Hintergrund, die immense Abwärme der Rechenzentren zwingend in der Stadtplanung als Wärmequelle einzusetzen. Rechenzentren dürften nur mit Strom aus zusätzlicher erneuerbarer Energie betrieben werden. Die hohen Schadstoffemissionen der Notstromdiesel müssten deutlich gesenkt werden.