Iberischer Blackout: Ursache weiterhin unbekannt

vom 29.04.2025

Rund 50 Millionen Menschen mussten beim Iberischen Blackout gut einen halben Tag lang ohne Strom auskommen. Am Montag, dem 28. April degen 12:30 Uhr war die Stromversorgung im kontinentalen Spanien und Portugal abrupt zusammengebrochen. Es ist einer der größten Stromausfälle auf dem europäischen Festland der letzten Jahre.

Die Auswirkungen zogen sich sogar bis nach Südfrankreich und Marokko. Und die Ursache des Vorfalls lässt sich weiterhin nicht mit Sicherheit bestimmen.

Laut dem spanischen Netzbetreiber Red Eléctrica (REE) führte eine extreme Schwankung im Stromfluss dazu, dass sich Spanien vom europäischen Netz abkoppelte. Eduardo Prieto, Direktor für Systembetrieb bei REE, bestätigte, dass die Trennung der europäischen Stromverbindung in Frankreich für den Zusammenbruch auf der iberischen Halbinsel verantwortlich gewesen sei.

In Portugal kursierte am Tag nach dem Blackout bereits eine Erklärung: Die Probleme seien durch eine auf ein „seltenes atmosphärisches Phänomen“ zurückzuführende Störung im spanischen Stromnetz verursacht worden. Das bericheten die Sender RTP und Sky News unter Berufung auf den portugiesischen Netzbetreiber REN: „Aufgrund extremer Temperaturschwankungen im Landesinneren Spaniens kam es zu anomalen Schwingungen in den Höchstspannungsleitungen (400 kV).“

Das Phänomen sei auch als „induzierte atmosphärische Vibration“ bekannt. Die Schwingungen führten demnach zu Synchronisationsfehlern zwischen den elektrischen Systemen und daraufhin zu aufeinanderfolgenden Störungen im europäischen Verbundnetz.

Bruno Burger, Energieexperte vom Fraunhofer-Institut ISE in Freiburg, verwies gegenüber dem Nachrichtensender „n-tv“ darauf, dass Spanien und Portugal vergleichsweise schlecht an das europäische Verbundnetz angeschlossen seien. Die Leitungen zwischen Frankreich und Spanien seien sehr schwach. 

BNetzA-Präsident Klaus Müller erklärte in der „ARD-Tagesschau“, dass ein solcher Fall „sehr unwahrscheinlich“ und in Deutschland so auch noch nicht vorgekommen sei. „Wir haben mehrere Sicherungssysteme im deutschen Stromnetz“. Hinzu kämen sogenannte schwarzstartfähige Kraftwerke, die ein Stromnetz nach einem Blackout wieder aufbauen könnten.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands für den Schutz Kritischer Infrastrukturen, Hans-Walter Borries, sprach von einem „ersten Blackout in Europa“. Sowohl was die Reichweite als auch die Dauer des Stromausfalls angehe, sei der Vorfall einzigartig. Auch auf Deutschland könnten solche Ausfälle Auswirkungen haben. „Netze in einzelnen europäischen Ländern sind Teil eines großen Wirkungsgefüges und lassen sich bislang nicht an der Landesgrenze abschalten.“ 

Der Berliner Blackout wurde wohl von Linksextremisten verursacht.