Die US-Administration ist nicht gerade ein großer Unterstützer von Klimawandelforschung. Das zeigte sich nun sehr deutlich: Sie entließ sämtliche der fast 400 Mitarbeiter der wichtigsten US-Klimastudie (Sixth) National Climate Assessment (NCA6).
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet darüber und bezieht sich auf eine interne E-Mail, die an die Beschäftigte des Projekts versendet wurde.
NCA6 geht auf einen Auftrag durch den US-Kongress zurück. Das Vorhaben sollte bis 2028 Empfehlungen für Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen zur Anpassung an den Klimawandel liefern.
In der Entlassungsmail lässt die US-Regierung offen, ob und wie die Arbeit fortgesetzt werden kann. Die renommierte Klimaforscherin Meade Krosby von der University of Washington äußerte gegenüber der „New York Times“ Zweifel, ob der Bericht noch glaubwürdige Wissenschaft widerspiegle und den Kommunen von Nutzen sein könne.
Die Entwicklung reiht sich ein in eine ganze Reihe an Aktivitäten der US-Administration, die sich gegen von ihr nicht unterstützte Wissenschaften richten. Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), weist in diesem Kontext darauf hin, dass im Mai die Sperrung zentraler Datenbanken wie etwa der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA droht. Dort gespeicherte Informationen – teils über Jahrzehnte gesammelt – sind essenziell für die globale Klima-, Meeres- und Wetterforschung.