Gasspeicher: Füllstand-Vorgaben sollen gelockert werden

vom 29.04.2025

Die Vorgaben für die Füllstände der deutschen Gasspeicher sollen gesenkt werden. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium, so dem neuen Verordnungs-Entwurf zu entnehmen, habe sich die Gasversorgungssituation durch zahlreiche Maßnahmen deutlich stabilisiert. Unter anderem sind dafür auch die neuen LNG-Terminals verantwortlich. 

Die aktuell zu beobachtenden Preisentwicklungen gefährdeten gemäß dem BMWi die marktliche Befüllung der Gasspeicher. Konkret gebe es eine „negative[…] Sommer-Winter-Preisdifferenz“. Das bedeutet: Gaspreise sind im Sommer höher als im Winter, deshalb lohnt es sich für Marktakteure nicht, im Sommer Gas für den Winter einzuspeichern.

Die Gasspeicher dienen zum einen einer gewissen Versorgungssicherheit, sollte der Zufluss von Erdgas aus dem Ausland einmal abbrechen. Zudem gleichen sie Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden ein Puffersystem für den Gasmarkt.

In der Energiekrise 2022 waren wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der Abhängigkeit von russischem Gas sowie leerer Speicher Vorgaben für die Füllstände der deutschen Gasspeicher eingeführt worden. Danach sollten die deutschen Speicher am 1. Oktober zu 80 Prozent und am 1. November zu 90 Prozent gefüllt sein.

Konkret will das BMWi die Vorgaben für Gasspeicher zum 1. November auf ein Befüllungsziel von insgesamt 70 Prozent senken. Damit soll der Markt für die Befüllung der Speicher wieder stärker in die Pflicht genommen und hohe Kosten für etwaige staatliche Ersatzmaßnahmen vermieden werden. Auf EU-Ebene laufen derzeit Verhandlungen über Vorgaben zur Befüllung von Gasspeichern.