Energiemanagement: Erfüllungsfrist rückt näher

vom 28.05.2025

Die Frist rückt näher: Noch gut sechseinhalb Wochen (Deadline: 18. Juli 2025), dann müssen alle Unternehmen mit einem jährlichen Endenergieverbrauch von mehr als 7,5 Gigawattstunden ein Energiemanagementsystem (EnMS) einführen. So fordert es das Energieeffizienzgesetz (EnEfG). 

Die betroffenen Unternehmen profitieren davon durchaus: Wie die Hochschule Niederrhein errechnete, liegt das wirtschaftlich erschließbare Einsparvolumen in der deutschen Wirtschaft bei rund 410 Terawattstunden – davon 162 Terawattstunden mit einer Amortisationsdauer von unter drei Jahren. Nach den gängigen aktuellen Energiekosten ist das ein Einsparvolumen von bis zu 25 Milliarden Euro. 

Die Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) richtet indes einen Appell an die Bundesregierung, das Instrument EnMS zu schützen und zu stärken. Die Deneff befürchtet, dass es zu „Rollbacks bei bewährten Effizienzstandards und Zielen im Energieeffizienzgesetz“ kommen könnte. Dabei sei die Vorgabe im Energieeffizienzgesetz vollkommen zu Unrecht in das Visier des Bürokratieabbaus geraten.

Die Leiterin Dekarbonisierung der Industrie bei der Deneff, Tatjana Ruhl, betonte zudem, dass es nicht sein könne, „dass wir autokratischen Regimen weiter zig Milliarden für vermeidbare Energieimporte überweisen – nur weil wir unsere Effizienzpotenziale unerkannt und ungenutzt lassen“. Energiemanagement sei eine unverzichtbare Voraussetzung für Deutschland und Europa, um wirtschaftlich und klimapolitisch unabhängig zu werden.

Die gibt darüber hinaus zu bedenken, dass die nationalen Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie nicht ausreichen. Laut dem geschäftsführenden Deneff-Vorstand stehe Deutschland „kurz vor einem Vertragsverletzungsverfahren in Bezug auf die EU-Energieeffizienzrichtlinie. Die eigenen nationalen Maßnahmen, die Deutschland bislang nach Brüssel gemeldet hat, reichen bei Weitem nicht aus“. 

Die ASEW unterstützt beim Thema umfassend, unter anderem mit Weiterbildungsmöglichkeiten, einem Arbeitskreis und individueller Beratung. Kontaktieren Sie bei Fragen Richard Orth via orth@asew.de bzw. 0221.931819-12. 

Die ASEW-Sammelausschreibung war erneut erfolgreich.