NordStream: Lösung Privatisierung?

vom 17.06.2025

Spätestens ab 2028 will die EU kein russisches Erdgas mehr importieren. Was bedeutet das für die aktuell brachliegenden, nach einer Reparatur aber wieder einsetzbaren Stränge der NordStream-Pipelines? Wäre die Privatisierung eine Lösung? 

Der US-Investor Stephen Lynch, seines Zeichens Unterstützer von US-Präsident Donald Trump, beantragte laut dem „Wall Street Journal“ bereits im November vor dem US-Senat, bei einer möglichen Auktion in der Schweiz zuzuschlagen. Der Grund: Es sei eine einmalige Gelegenheit, die Energieversorgung Europas unter US-amerikanische und europäische Kontrolle zu bringen. Mit dem Kaufvertrag sollen auch Teile der Brüche in den Handelsbeziehungen mit den USA wieder gekittet werden, was indirekt auch einem Kriegsende in der Ukraine zugutekommen soll. 

Noch ist indes unklar, ob diese Vorgehen das EU-Importverbot umgehen könnte. Zudem hat die Pipeline NordStream 2 nie eine Betriebserlaubtnis der BNetzA erhalten. 

An Nord Stream 1 ist zu 51 Prozent der russische Staatskonzern Gazprom beteiligt. Die restlichen Anteile halten Wintershall Dea, PEG Infrastruktur AG (E.ON), N.V. Nederlandse Gasunie und der französische Energieversorger Engie SA. Nord Stream 2 hingegen ist zu 100 Prozent Eigentum der Nord Stream 2 AG, einer 100prozentigen Gazprom-Tochter. NordStream 1 verbindet die Gasfelder in der Barentssee östlich der Halbinsel Kola mit Deutschland, NordStream 2 das Bovanenkovo-Gasfeld in Westsibirien. 

Haben die NordStream-Pipelines eine Zukunft?